Japan

Wie die SOS-Kinderdörfer in Japan helfen

Der nationale SOS-Kinderdorf-Verein ist in Japan seit den 80er Jahren tätig und setzt sich für die Verbreitung des Konzepts von SOS-Kinderdorf ein. Durch seine Aktivitäten im Bereich des Fundraising konnten Gelder für die Finanzierung von SOS-Kinderdörfern in ganz Asien beschafft werden.

Einige Fakten über Japan


Nach dem Erdbeben (Foto: www.alertnet.org)

Japan ist ein Archipel, das aus etwa 3400 Inseln besteht. Die größten Inseln sind Hokkaido, Honshu, Shikoku und Kyushu. Die Gesamtbevölkerung des Landes beläuft sich auf 126,5 Millionen. In der Hauptstadt Tokio leben 36,5 Millionen Menschen (2011, Schätzung).

Die Inseln sind hauptsächlich von Bergen bedeckt. Die Ebenen und Flussbette machen nur 25% des nationalen Territoriums aus. Im Landesinneren laufen drei Gebirgsketten zusammen, die die "Japanischen Alpen" bilden. Der inaktive Vulkan Mt. Fuji (3776 m) ist der höchste Berg des Landes. In Japan gibt es 265 Vulkane, von denen ca. 20 noch aktiv sind. In dieser geologisch aktiven Region sind in Japan pro Jahr ca. 1000 Erdbeben pro Jahr zu verzeichnen. Die meisten sind relativ harmlos.

Im März 2011 wurde das nordöstliche Gebiet der Insel Honshu jedoch vom schlimmsten Erdbeben in der Geschichte des Landes und einem darauffolgenden Tsunami erschüttert. Mehrere Kernkraftwerke wurden beschädigt, und es kam zum Austritt von Radioaktivität. Tausende Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben, und durch die Evakuierung der radioaktiv verseuchten Gebiete wurden mehr als 320 000 Menschen zu Vertriebenen. Auch Zehntausende von Kindern waren betroffen. Viele verloren ihre Familien oder mussten ihre Heimat verlassen.

Eine Wohlstandsgesellschaft mit hohem Lebensstandard

Allgemein betrachtet genießen die Menschen in Japan ein Leben in Sicherheit und Wohlstand. Japan zählt zu den führenden Wirtschaftsmächten und hat eine der weltweit niedrigsten Mordraten zu verzeichnen. Darüber hinaus weist das Land eine der weltweit höchsten Lebenserwartungen auf; sie liegt bei 78,9 Jahren für Männer und 85,7 Jahren für Frauen. Die Kombination aus langlebigen Menschen und der niedrigen Geburtenrate führt dazu, dass die Bevölkerung Japans zunehmend altert.

Die Wirtschaft des Landes basiert hauptsächlich auf dem Dienstleistungssektor, in dem ca. 69 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt sind. Etwa 26 Prozent arbeiten in der Industrie, lediglich vier Prozent in der Landwirtschaft, die jedoch hohe staatliche Subventionen erhält und sehr gute Ernteerträge erzielt. Auch der Fischfang, sowohl in nationalen Gewässern als auch in Übersee, stellt einen wichtigen Industriezweig dar. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,6 Prozent (Juni 2011, Schätzung).

Japan ist ein stark urbanisiertes Land; ca. 70 Prozent der Einwohner leben in den Städten. Die Wohnkosten sind im Laufe der letzten Jahrzehnte in vielen Stadtzentren stark gestiegen, wodurch sich viele Menschen gezwungen sahen, außerhalb der Städte eine Bleibe zu suchen und lange Wege zur Arbeit in Kauf zu nehmen.

Überraschenderweise hat Japan auch eine der höchsten relativen Armutsraten innerhalb der OECD-Länder (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zu verzeichnen. Schätzungsweise 15 Prozent der Bevölkerung leben von weniger als der Hälfte des nationalen Durchschnittseinkommens. Die Armut trifft hauptsächlich junge Absolventen, ältere Erwerbstätige, Senioren und alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern.

Japan hat eine der weltweit höchsten Selbstmordraten der Welt zu verzeichnen. Die Zahlen waren im Jahr 2009 auf 33 000 gestiegen. Nach offiziellen Angaben gehören Depressionen und wirtschaftliche Nöte zu den Hauptursachen für diese hohe Rate.

Die Lage der Kinder in Japan


Eine Mutter mit ihren Kindern in einer Notunterkunft (Foto: www.alertnet.org)

In Japan leben 20,6 Millionen Kinder unter 18 Jahren. Die niedrige Geburtenrate hat die Regierung dazu veranlasst, Maßnahmen zur Förderung der Familienplanung zu ergreifen.

Die meisten Kinder in Japan profitieren vom hohen Lebensstandard. Sie haben Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung und einem exzellenten Bildungssystem. Es gibt eine neunjährige Schulpflicht, aber 95 Prozent der Kinder gehen in Japan länger zur Schule. Das Bildungssystem ist gut durchstrukturiert und stellt sehr hohe Ansprüche. Laut PISA-Studie (Programme for International Student Assessment) aus dem Jahr 2009 war Japan in den Fächern Mathematik, Leseunterricht und Naturwissenschaften unter den ersten 10 Plätzen zu finden.

Die meisten Kinder leben mit beiden Elternteilen oder Mitgliedern der Großfamilie zusammen. Die Großfamilie spielt im Leben vieler Kinder eine wichtige Rolle, denn wenn Kinder nicht länger von ihren Eltern betreut werden können, leben sie häufig in der Obhut anderer Familienmitglieder.

SOS-Kinderdorf in Japan

In der jüngsten Vergangenheit wurden für die Fortsetzung der Arbeit von SOS-Kinderdorf in Japan neue Schritte unternommen. Im April 2010 eröffnete der japanische Verein "Children's Village Fukuoka" ein Kinderdorf nach dem Vorbild von SOS-Kinderdorf. Obwohl der Verein offiziell noch kein Mitglied des Dachverbandes SOS-Kinderdorf International ist, darf er das SOS-Logo benutzen. Alle beteiligten Parteien hoffen, dass der japanische Verein schon bald zum offiziellen Mitglied der SOS-Familie ernannt wird.

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