SOS-Kinderdorf Bishkek

SOS-Kinderdorf ist seit 1999 in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek tätig. Bischkek war der erste Standort unserer Organisation im Land, der für die Unterstützung notleidender Frauen, Kinder und junger Menschen ins Leben gerufen worden war.

Zahlreiche Kinder können nicht bei ihren Familien aufwachsen


SOS-Familie in ihrem Zuhause (Foto: SOS-Archiv)

Bischkek, die Hauptstadt Kirgisiens, liegt im Norden des Landes nahe der Grenze zu Kasachstan und ist mit etwa einer Million Einwohnern die größte Stadt sowie das finanzielle und kulturelle Zentrum des Landes. Zahlreiche Unternehmen im Bereich der chemischen Industrie, Leder-, Textilien- und Nahrungsmittelverarbeitung sind hier angesiedelt.

Bischkek und seine Umgebung gehören zu den reichsten Regionen des Landes. Dennoch ist die Arbeitslosigkeit sehr hoch, und viele Familien und Kinder leben nach wie vor in Armut. Obwohl es einige sehr wohlhabende Bezirke gibt, leben zahlreiche Menschen in den Plattenbauten, die in der Sowjetzeit am Stadtrand errichtet worden waren. In jüngster Zahl sind viele Migranten auf der Flucht vor ethnischen Konflikten oder auf der Suche nach einem besseren Leben nach Bischkek gezogen. Viele von ihnen fristen ihr Dasein in menschenunwürdigen Behausungen. Ohne amtliche Papiere können sie ihre Kinder nicht offiziell registrieren lassen, um ihnen den Zugang zu Bildung oder medizinischer Versorgung zu ermöglichen.

Die Zahl der notleidenden Familien steigt, und es fehlt an ausgebildeten Fachkräften für eine bedarfsgerechte Unterstützung, um sie vor der Zerrüttung zu bewahren. Infolgedessen kämpfen immer mehr Kinder ohne elterliche Fürsorge auf den Straßen der Hauptstadt um ihr Überleben.
 

SOS-Kinderdorf hat für die Arbeit in der Region offizielle Unterstützung erhalten

Angesichts der großen Zahl der Kinder ohne elterliche Fürsorge wird die Arbeit von SOS-Kinderdorf von der Gemeindeverwaltung in hohem Maße unterstützt. Bischkek hat sogar kostenlos das Grundstück zur Verfügung gestellt, auf dem das Kinderdorf errichtet werden konnte. Von hier aus werden unsere Aktivitäten zur Unterstützung notleidender Familien und junger Menschen in der Hauptstadt koordiniert.

Unsere Arbeit in Bischkek


Jugendliche im SOS-Jugendprogramm bei einer gemeinsamen Mahlzeit (Foto: SOS-Archiv)

Jugendliche im SOS-Jugendprogramm bei einer gemeinsamen Mahlzeit (Foto: SOS-Archiv)
SOS-Kinderdorf leistet der notleidenden Bevölkerung auf verschiedenen Ebenen Unterstützung. Das Familienstärkungsprogramm hilft Familien, deren Kinder vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedroht sind. In Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden sorgen wir dafür, dass Kinder Zugang zu Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung erhalten. Eltern können Beratungen und psychologischen Beistand, Hilfe beim Ausbau der elterlichen Kompetenzen und bei der Suche nach Arbeit in Anspruch nehmen. Angesichts der steigenden HIV/AIDS-Prävalenzrate im Land helfen wir betroffenen Familien und versuchen, Kinder vor einer Ansteckung zu bewahren.

Bis zu 126 Kinder ohne elterliche Fürsorge finden in einer der 14 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause, in dem sie gemeinsam mit ihren Geschwistern in einem familiären Umfeld voller Liebe, Sicherheit und Respekt von einer SOS-Mutter fürsorglich betreut werden. Das SOS-Kinderdorf ist in einem Pinienwald gelegen. Die Familienhäuser sind in einem Kreis angeordnet, der die Sonne symbolisiert. Zu jedem Haus gehört ein kleiner Garten, in dem Blumen und Gemüse angepflanzt werden. Die Kinder aus dem SOS-Kinderdorf sind vollständig in ihr Umfeld integriert. Sie besuchen die Kindertagesstätten und Schulen gemeinsam mit den Kindern aus der Nachbarschaft und nehmen an Freizeitaktivitäten teil, die von der Gemeinde organisiert werden.

Im SOS-Kindergarten werden bis zu 60 Kinder aus dem Kinderdorf und der Gemeinde betreut. Das Angebot der Tagesbetreuung wird besonders von Eltern hoch geschätzt, die arbeiten oder eine Ausbildung absolvieren. Ältere Kinder besuchen die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule, in der bis zu 400 SchülerInnen in der Grund- und Sekundarstufe unterrichtet werden. In der Schulkantine erhalten Kinder eine ausgewogene Mahlzeit und werden bei Bedarf medizinisch versorgt. Wenn Kinder ihren Familien entwachsen, ziehen sie in unsere SOS-Jugendprogramme.
 

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