SOS-Kinderdorf Samneua

SOS-Kinderdorf ist seit 1993 in Laos tätig. Jahrzehntelange Kämpfe und Zerstörungen haben die Wirtschaft des Landes lahmgelegt. Immer mehr Kinder und Familien sind auf Unterstützung angewiesen. Samneua wurde 2004 als fünftes SOS-Kinderdorf in Laos eröffnet.

Eine der ärmsten Regionen des Landes

Kinder und ihre SOS-Mutter bereiten das Mittagessen vor (Foto: SOS-Archivi).
Kinder und ihre SOS-Mutter bereiten das Mittagessen vor (Foto: SOS-Archivi).

Die Kleinstadt Samneua liegt in der Provinz Houa Phanh im Nordosten von Laos nahe der Grenze zu Vietnam etwa 700 km von der Landeshauptstadt Vientiane entfernt und ist von Bergen und dichten Wäldern umgeben.

Die Provinz Houa Phanh gehört zu den ärmsten Regionen des Landes. Schätzungsweise 43 Prozent der lokalen Bevölkerung leben in Armut. In der Provinz mangelt es an Infrastruktur, sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. Manche Eltern können ihre Kinder nicht mit ausreichend Nahrung versorgen, viele Kinder sind unterernährt. Andere Familien haben vielleicht genug zu essen, können aber nur davon träumen, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Die Säuglingssterblichkeit ist sehr hoch, da es an medizinischer Versorgung mangelt.

Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft, aber dennoch ist die Versorgungslage nicht gesichert - die Anbaumethoden sind veraltet, die Brandrodung ist weit verbreitet, und es fehlt an tiermedizinischer Versorgung für das Vieh.

Kinder ethnischer Minderheiten, die in den Bergen um die Stadt leben, leiden häufig an schwerer Unterernährung. Hier ist die Kindersterblichkeitsrate besonders hoch. Kinder ohne elterliche Fürsorge ziehen oft auf der Suche nach einem besseren Leben in die Stadt. Sie sprechen häufig nur einheimische Dialekte und haben die laotische Sprache nicht gelernt, wodurch sie sich nur schwer in das Leben der Stadt integrieren können.

Bedarf an langfristiger Unterstützung

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Samneua angesichts der wirtschaftlichen und sozialen Notlage vieler Menschen in der Region. Bedauerlicherweise hatte die asiatische Finanzkrise von 1997-1998 schwere Auswirkungen auf die Entwicklung in Laos, und die Zahl der notleidenden Kinder ist weiter gestiegen. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung lebt nach wie vor in Armut. Internationale Organisationen versuchen nachhaltige Entwicklungspläne umzusetzen, um die Lebensbedingungen armer und notleidender Menschen zu verbessern.

Unsere Arbeit in Samneua

Die ältere Schwester hilft ihren Geschwistern bei den Hausaufgaben (Foto: SOS-Archiv).
Die ältere Schwester hilft ihren Geschwistern bei den Hausaufgaben (Foto: SOS-Archiv).

Das SOS-Kinderdorf Samneua leistet der notleidenden Bevölkerung auf verschiedenen Ebenen Unterstützung. Kinder, die nicht länger bei ihren Familien bleiben können und eine langfristige fürsorgliche Betreuung benötigen, können in zehn SOS-Familien gemeinsam mit ihren Geschwistern in der Obhut von SOS-Müttern aufwachsen.

Bis zu 100 Kinder aus den SOS-Familien und der Gemeinde werden im SOS-Kindergarten betreut. Sie verbringen Zeit miteinander und schließen Freundschaften. Das Angebot der Tagesbetreuung wird besonders von Eltern geschätzt, die arbeiten oder eine Ausbildung absolvieren. Ältere Kinder können die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule besuchen, in der SchülerInnen in der Grund- und Sekundarstufe unterrichtet werden.

Aufgrund der hohen Mangelernährungsrate in der Region werden unterernährte Kinder aus der Gemeinde im SOS-Sozialzentrum aufgenommen. In unserer Obhut werden sie ärztlich überwacht, mit ausgewogenen Nahrungsmitteln und Vitaminpräparaten versorgt und geimpft. Wenn sie ihr Normalgewicht wieder erreicht haben, kehren sie zu ihren Familien zurück, aber wir bleiben weiter in Kontakt, um ihre gesunde Entwicklung nachverfolgen zu können. Das SOS-medizinische Zentrum sorgt für die ärztliche Grundversorgung der Gemeinde. Darüber hinaus werden Impfkampagnen durchgeführt, Beratungen zur Familienplanung und Seminare über Gesundheits- und Ernährungsfragen angeboten.

Wenn junge Menschen ihren SOS-Familien entwachsen, können sie für die Zeit ihrer Ausbildung, ihres Studiums oder zu Beginn ihres Arbeitslebens in das SOS-Jugendprogramm wechseln. Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte lernen sie Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen.
 

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