SOS-Kinderdorf Darkhan

Wie auch andere Städte in der Mongolei kämpft Darkhan mit zahlreichen Herausforderungen und sozialen Problemen, da immer mehr Menschen auf der Suche nach Arbeit und besseren Lebensbedingungen vom Land in die Städte ziehen.

Darkhan kämpft seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion mit zahlreichen Problemen


Großmutter aus der Gemeinde mit ihren beiden Enkeln vor einem „Ger“ (Foto: L. W. Nielsen)
Die erst 1961 gegründete Stadt Darkhan liegt im Norden des Landes etwa 100 km von der russischen Grenze entfernt und zählt mit rund 75 000 Einwohnern zu den größten Städten der Mongolei. Darkhan wurde als Industriezentrum errichtet, um die Hauptstadt Ulan Bator zu entlasten. Der Bau der Stadt wurde hauptsächlich von der damaligen Sowjetunion finanziert. Das Stadtbild ist daher wesentlich von der sozialistischen Architektur geprägt.

Darkhan ist die Hauptstadt der Provinz Darkhan-Uul. Mehr als 80 Prozent der Provinzbevölkerung leben in Darkhan. Die meisten Bewohner leben in Wohngebieten, aber wie auch in anderen mongolischen Städten gibt es große „Ger-Siedlungen“ in den Vororten der Stadt. Die Gers oder Jurten sind Zelte, in denen Nomaden leben, die mit Kohle- oder Holzöfen kochen und heizen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erlebte die Industrie in Darkhan einen schweren Einbruch, da zahlreiche staatliche Betriebe nach Russland zogen oder schließen mussten. Obwohl das produzierende Gewerbe nach wie vor die wichtigste Quelle für Einkommen und Beschäftigung darstellt, ist die Zahl der Arbeitslosen in Darkhan dennoch höher als in anderen Städten der Mongolei.

In Darkhan gibt es zahlreiche Bildungseinrichtungen. In den Stadtgebieten der Mongolei können fast alle Menschen lesen und schreiben. Dennoch gehen viele Kinder nur wenige Jahre lang zur Schule. Die Bewohner der Ger-Siedlungen haben meist ein niedrigeres Bildungsniveau als der Rest der Bevölkerung.

Prekäre Lebensumstände der Kinder und Familien in den „Ger“-Siedlungen

Die meisten Bewohner der Ger-Siedlungen leben in prekären Verhältnissen. Viele Familien haben zwar Strom, aber keinen Zugang zu fließendem Wasser oder sanitären Einrichtungen. In den Ger-Siedlungen sind viele Menschen arbeitslos oder verrichten kleine Gelegenheitsjobs, die schlecht bezahlt werden und keinerlei Sicherheit bieten. Die mangelnde soziale Sicherheit führt zu Alkoholismus, Missbrauch und Gewalt. Kinder sind die größten Opfer der Not. Waisenkinder sind in besonderem Ausmaß gefährdet. Obwohl Darkhan keine Großstadt ist, gibt es Berichte über Straßenkinder, die besonders während der extrem kalten Wintermonate in höchstem Maße gefährdet sind.

Unsere Arbeit in Darkhan


Diese Kinder haben im SOS-Kinderdorf Darkhan ein neues Zuhause gefunden (Foto: SOS-Archiv)
Diese Kinder haben im SOS-Kinderdorf Darkhan ein neues Zuhause gefunden (Foto: SOS-Archiv)
Das SOS-Kinderdorf Darkhan wurde im Jahr 2008 für die familiennahe Betreuung von gefährdeten Kindern in der Region eröffnet. Hier erhalten Kinder ein neues Zuhause. In einer SOS-Familie können sie in der liebevollen Obhut einer SOS-Mutter gemeinsam mit ihren Geschwistern in einem sicheren Umfeld aufwachsen.

Die Kinder aus den SOS-Familien in Darkhan besuchen die örtlichen Kindergärten und Schulen und können mit den Kindern aus der Umgebung Freundschaften schließen. Alle Kinder gehen zur Schule, und Jugendliche erhalten Zugang zu höherer und beruflicher Bildung. Die Ausbildung aller jungen Menschen aus den SOS-Familien wird gemeinsam mit ausgebildeten Pädagogen geplant und festgelegt.

Das SOS-Kinderdorf Darkhan organisiert eine Reihe von Freizeitaktivitäten für Kinder, damit sie ihre Kultur begreifen und respektieren lernen und auf ein zukünftiges Leben in Selbständigkeit vorbereitet werden. In ihrer SOS-Familie und mit ihren Freunden können sie unbeschwerte Kindheitsmomente verbringen. Ihre gesunde Entwicklung wird durch die Teilnahme an sportlichen und kulturellen Veranstaltungen gefördert. Kinder, die vor ihrer Aufnahme in eine SOS-Familie Krisensituationen erlebt oder Traumata erlitten haben, erhalten psychologischen Beistand.

Für ältere Kinder wird in Darkhan ein SOS-Jugendprogramm errichtet, in dem junge Menschen aus den SOS-Familien unter der professionellen Aufsicht eines qualifizierten Jugendpädagogen eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren und sich schrittweise auf die Selbständigkeit vorbereiten können. SOS-Kinderdorf setzt sich in Darkhan in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und anderen Organisationen auch für die Aufklärung über Kinderrechte ein.

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