SOS-Kinderdorf Ulan Bator

Die Zuwanderung aus den ländlichen Gebieten der Mongolei belastet zusätzlich die soziale Infrastruktur der Stadt Ulan Bator, in der ohnehin schon tausende Familien in großer Armut leben.

In Ulan Bator trifft die Moderne auf den traditionellen Lebensstil der Nomaden


Krankenschwester untersucht ein Baby im SOS-Sozialzentrum Ulan Bator (Foto: SOS-Archiv)
Ulan Bator ist die Hauptstadt und mit über einer Million Einwohnern auch die mit Abstand größte Stadt der Mongolei und darüber hinaus das landesweite Zentrum für Verwaltung, Industrie, Finanzen und Verkehr. Die Architektur und das Stadtbild sind von der sozialistischen Periode nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt.

Ulan Bator hatte in jüngster Zeit ein spürbares Wirtschaftswachstum zu verzeichnen. Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf den Bergbau und den Reichtum an Bodenschätzen in der Mongolei zurückzuführen. Dennoch ist der Wohlstand sehr ungleich verteilt, die Armutsraten sind nach wie vor sehr hoch. In den letzten Jahren hat die Zahl der notleidenden Familien sogar weiter zugenommen.

Ein Großteil der Bevölkerung von Ulan Bator lebt in sogenannten „Gers“, traditionellen mongolischen Zelten, in den Vororten der Stadt. Viele Menschen, die auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben in die Stadt gekommen sind, landen in diesen Zeltsiedlungen. Die meisten haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen. Da hauptsächlich mit Holz und Kohleöfen gekocht und geheizt wird, leiden die Menschen in den Ger-Siedlungen unter einer hohen Luftverschmutzung.

Die hohe Armutsrate der Mongolei führt zu zahlreichen sozialen Problemen, unter denen besonders die Kinder leiden. Viele Familien in Ulan Bator können ihre Kinder nicht ausreichend versorgen. Straßenkinder sind in den Wintermonaten extremer Kälte ausgesetzt. Zahlreiche Kinder leiden unter dem Alkoholismus der Eltern und häuslicher Gewalt. Viele von ihnen müssen Kinderarbeit verrichten oder unter extrem prekären Bedingungen auf der Straße leben.

Bekämpfung der Armut durch mehr Zugang zu Bildung

Kinder aus gefährdeten Familien haben häufig keinen Zugang zu Bildung und somit keine Chance, als Erwachsene den Armutszyklus zu durchbrechen, in den sie hineingeboren worden sind. Daher ist die Stärkung der Gemeinden in Ulan Bator ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit, damit Kinder aus gefährdeten Familien Unterstützung erhalten, weiter zur Schule gehen und ihre Ausbildung erfolgreich beenden können. Unsere vielfältigen Angebote umfassen unter anderem eine Hausaufgabenbetreuung durch qualifiziertes Lehrpersonal, Vorschulunterricht für Kinder, die keinen Kindergarten besuchen, Nachhilfeunterricht für Kinder, die in der Schule Schwierigkeiten haben, und Hilfe bei der Prüfungsvorbereitung.

Unsere Arbeit in Ulan Bator


Vergnügte Kinder auf dem Spielplatz im SOS-Kinderdorf Ulan Bator (Foto: C. Martinelli)
Seit dem Jahr 2002 finden Kinder ohne elterliche Fürsorge in unseren SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. 2007 wurde unser Angebot in Ulan Bator durch die Eröffnung eines SOS-Sozialzentrums für die Unterstützung gefährdeter Familien aus der Gemeinde erweitert.

In 13 SOS-Familien können Kinder, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, eine unbeschwerte Kindheit genießen. Hier werden sie von der Last einer zu großen Verantwortung befreit. Wir fördern die gesunde Entwicklung aller Kinder in unserer Obhut. Für jedes Kind wird gemeinsam mit der SOS-Mutter und dem Kind selbst ein „persönlicher Entwicklungsplan“ ausgearbeitet. Die Freizeitaktivitäten, die im SOS-Kinderdorf Ulan Bator angeboten werden, helfen Kindern und Jugendlichen, sich auf die Selbständigkeit vorzubereiten und mehr über ihre eigenen Traditionen und Kulturen zu erfahren.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen, können in das SOS-Jugendprogramm wechseln. Hier leben sie in betreuten Wohngemeinschaften unter der Aufsicht eines qualifizierten Jugendpädagogen. Die jungen Menschen erhalten Unterstützung bei ihrer Ausbildung und werden durch verschiedene Aktivitäten auf das Erwachsenenleben vorbereitet.

Die Bildungsförderung ist nur ein Teil unserer Arbeit zur Stärkung der Gemeinden. Unser Sozialzentrum hilft gefährdeten Familien durch verschiedene Angebote. In Zusammenarbeit mit lokalen Kliniken und Ärzten führen wir Gesundheitskampagnen durch und leisten Aufklärung über Gesundheitsrisiken und verfügbare medizinische Leistungen. Da zahlreiche Eltern aus gefährdeten Familien keine Arbeit haben, bietet unser Sozialzentrum auch verschiedene Lehrgänge, beispielsweise in Schneiderei und Filzherstellung. Mit den neu erworbenen Qualifikationen können sie ihre Aussichten auf Beschäftigung verbessern und ihre Familien ernähren. Familien, die sich nicht einmal mit dem Nötigsten versorgen können, erhalten Nahrungsmittelpakete und Kohle, damit sie in den kalten Wintermonaten heizen können.
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