SOS-Kinderdorf Dhangadhi

Die Konflikte, die Nepals jüngste Geschichte geprägt haben, hatten verheerende Auswirkungen auf das Leben unzähliger Familien. Kinder in der Fernwest-Region, in der Dhangadhi liegt, benötigen Unterstützung, die es ihnen ermöglicht, sich zu unabhängigen Erwachsenen zu entwickeln.

Familien kämpfen, um für ihre Kinder sorgen zu können 


Geschwister spielen zusammen (Foto: SOS-Archiv).   
Die Stadt Dhangadhi ist Heimat von rund 104.000 Menschen. Sie liegt ca. 800 km westlich der Hauptstadt Kathmandu und an der Grenze des indischen Bundesstaates Uttar Pradesh.
Dhangadhi ist ein wirtschaftliches Zentrum, das für die Bevölkerung auch Dienstleistungen in den Bereichen Bildung und Gesundheit bietet. Die Stadt wächst jährlich um etwa 5 Prozent, da Menschen sich dort hinbegeben, um Arbeit zu suchen. Dhangadhi bietet Arbeitsmöglichkeiten, allerding sind Verteilung der Arbeitsplätze und Höhe des Einkommens sehr unterschiedlich. Außerdem vermissen Menschen, die aus ihrer Heimat abwandern und ihre Familie und Freunde dort zurücklassen, an ihrem neuen Wohnort oft Unterstützung durch ihr soziales Umfeld.
 
Die Gesellschaft Nepals ist weiterhin nach ethnischer und religiöser Herkunft und Kastenzugehörigkeit getrennt. Tausende arme Familien leben am Rande der Gesellschaft, was bedeutet, dass ihre Kinder in ein benachteiligtes Leben hineingeboren werden. Wenn Eltern darum kämpfen müssen, die wichtigsten Grundbedürfnisse, wie Nahrung und Schutz für ihre Kinder zu befriedigen, werden die emotionalen, pädagogischen und psychologischen Bedürfnisse meist vernachlässigt. Auch die medizinische Versorgung für Kinder und Mütter ist inadäquat. Häufig leiden sie an Krankheiten, die vermeidbar und behandelbar wären, wenn sie Zugang zu medizinischer Versorgung hätten.  

Tausende Kinder sind gefährdet

Kinder in Dhanghadi sind schutzlos und von Ausbeutung bedroht. Viele Kinder haben die Betreuung ihrer Familien durch den Tod eines oder beider Elternteile verloren. Fast die Hälfte der Kinder geht nicht zur Schule. Die Mehrheit stammt aus Familien, die in Armut leben.

Die Migration hat das Leben der lokalen Bevölkerung beeinträchtigt. Hunderte aufgrund von Kampfhandlungen vertriebene Familien sind in das Gebiet gezogen. Fehlende Arbeitsplätze in Dhanghadi haben dazu geführt, dass einige Eltern weiter über die indische Grenze gezogen sind, um dort ein besseres Leben zu finden. Kinder bleiben dabei häufig in der Obhut von Familienangehörigen, die möglicherweise nicht in der Lage sind, entsprechend für sie zu sorgen. In manchen Fällen sind Kinder sogar sich selbst überlassen. Durch die Nähe zur Grenze sind die Kinder besonders von Menschenhandel bedroht. Viele werden nach Indien verschleppt und müssen unter Bedingungen, wie beispielsweise der Prostitution, arbeiten, in denen sie ausgebeutet werden.

Unsere Arbeit in Dhangadhi


Eine SOS-Mutter mit Kindern in unserer Obhut (Foto: SOS-Archiv)..   
 
Wir unterstützen die Familien in Dhangadhi in vielerlei Hinsicht. SOS-Kinderdorf bietet für Mitglieder der benachbarten Gemeinden ein Familienstärkungsprogramm, damit Familien, die gefährdet sind auseinanderzubrechen, zusammenbleiben können. In Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und anderen Organisationen ist es unser Ziel, Familien in Not zu identifizieren und jede Unterstützung anzubieten, die sie benötigen, damit ihre Kinder sicher und gesund sind und die Schule besuchen können.

Für Kinder, die nicht mehr bei ihren Eltern leben können, bieten 12 SOS-Kinderdorf-Familien ein liebevolles Zuhause. In jeder Familie leben die Kinder mit ihren Geschwistern und werden liebevoll von ihrer SOS-Kinderdorf-Mutter betreut. Die Kinder besuchen die Kindergärten und Schulen vor Ort. Auf diese Weise können sie Freundschaften mit Kindern aus der Nachbarschaft schließen und werden Teil der Gemeinschaft.
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