SOS-Kinderdorf Sanothimi

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Sanothimi bei Kathmandu vor vier Jahrzehnten. Durch die Zunahme der Bevölkerung, mangelnde Ressourcen und das ungeplante Städtewachstum sind tausende Familien in prekäre Verhältnisse geraten. Immer mehr Kinder sind auf unsere Unterstützung angewiesen. Als im Jahr 2015 das Erdbeben katastrophale Schäden in der Region verursachte, leistete SOS-Kinderdorf Nothilfe für die Betroffenen, und danach erhöhten wir unsere Unterstützung in Kathmandu.

Das schwierige Leben in einer stark expandierenden Metropole

Dieses Mädchen kann jetzt dank des SOS-Sozialzentrums zur Schule gehen (Foto: L. W. Nielsen)
Kinder spielen draußen im SOS-Kinderdorf Sanothimi (Foto: SOS-Archiv).

Die Stadt liegt im Kathmandu-Tal im Himalaya-Gebirge auf einer Höhe von ca. 1300 m. Kathmandu hat etwas über eine Million Einwohner. In der Großregion leben insgesamt 1,7 Millionen Menschen.

Kathmandu ist das wirtschaftliche Zentrum des Landes. In der Vergangenheit hatten sich hier tausende Binnenflüchtlinge in Sicherheit gebracht. Heute kommen zahlreiche Menschen aus den verarmten ländlichen Gebieten auf der Suche nach Arbeit in die Stadt. Das rasante Bevölkerungswachstum hat die Infrastruktur völlig überlastet und das Ökosystem des Kathmandu-Tals in Gefahr gebracht. Durch fehlende Kanalisation und Abwasseraufbereitungsanlagen sind die Flüsse stark verschmutzt und gefährden die Gesundheit der Anwohner.

In den Vororten entstehen immer neue informelle Siedlungen. Die Bewohner dieser Elendsviertel leben in überfüllten Behausungen unter prekären Bedingungen. Hier sind die Grundstückspreise erschwinglicher und keine Baugenehmigungen erforderlich. Daher kaufen zahlreiche Migranten ein kleines Stück Land in diesen semi-ländlichen Gegenden, in denen es keine Wasserversorgung, sanitäre Einrichtungen oder befestigte Straßen gibt.

In solch prekären Verhältnissen werden die Rechte vieler Kinder mit Füßen getreten. Wenn Eltern selbst ums Überleben kämpfen, können sie ihre Kinder meist nicht ausreichend versorgen.

Unterstützung für die ganze Gemeinde

Das SOS-Kinderdorf Sanothimi liegt etwa zehn km vom Zentrum der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu entfernt. Sanothimi war das erste Kinderdorf in Nepal und unterstützt seit mittlerweile vier Jahrzehnten gefährdete Kinder und Familien.

Unsere Arbeit in Sanothimi

Kinder spielen draußen im SOS-Kinderdorf Sanothimi (Foto: SOS-Archiv).
Unsere Unterstützung half diesem kleinen Jungen und seiner Tante,  ihr Leben nach dem  Erdbeben im Jahr 2015 wieder aufzubauen (Foto: S.Lee).

Familienstärkungsprogramme: Wir unterstützen gefährdete Familien in der Gemeinde, damit sie zusammen bleiben können.

Betreuung in SOS-Familien: Kinder aus dem Kathmandu-Tal, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in 16 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut. Sie besuchen die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule zusammen mit den Kindern aus der Nachbarschaft und sind dadurch gut in ihre Umgebung integriert. Bis zu 840 SchülerInnen werden in den Grund- und Sekundarstufen unserer Schule unterrichtet.

Unterstützung für junge Menschen: Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen, können in das SOS-Jugendprogramm wechseln und werden von qualifizierten Fachkräften durch diese neue Lebensphase begleitet, in der sie eine Berufsausbildung beginnen oder ein Studium aufnehmen. Mit der Unterstützung qualifizierter Fachkräfte lernen sie Verantwortung zu übernehmen, können Zukunftsperspektiven erarbeiten und zunehmend eigene Entscheidungen treffen. Sie werden ermutigt, Teamgeist zu entwickeln und Kontakte zu Freunden und Verwandten sowie den zuständigen Behörden und potenziellen Arbeitgebern aufzubauen.

Bildung: Die jungen Erwachsenen können auch das SOS-Berufsbildungszentrum besuchen, in dem Kurse zur Keramikherstellung angeboten werden. Nach der sechsmonatigen Ausbildung sind die jungen Menschen in der Lage, eigene Einkünfte zu erwirtschaften und für sich selbst zu sorgen.

Nach dem starken Erdbeben, das enorme Schäden und Leid verursacht hatte, boten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SOS-Kinderdorf Sanothimi Nothilfe in Form von Nahrung,  Erster Hilfe, Wasser und Unterkunft für die betroffenen Familien vor Ort.

 


 

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