SOS-Kinderdorf Calbayog

SOS-Kinderdorf ist seit 1967 auf den Philippinen und seit 1972 in Calbayog tätig. Zahlreiche Kinder leben auf den Philippinen unter entsetzlichen Bedingungen. Unsere Organisation unterstützt notleidende Kinder und versucht Familien vor der Zerrüttung zu bewahren.

Eine der ärmsten Regionen auf den Philippinen


Glückliche Kinder auf dem Schulweg (Foto: B. Neeleman)

Calbayog liegt an der Westküste der Insel Samar. Hier wurde das dritte SOS-Kinderdorf auf den Philippinen errichtet. Calbayog gehört zu den größeren Städten im Westen der Insel und ist ein wichtiges Handelszentrum der Region. In der Vergangenheit lebten die meisten Bewohner von der Landwirtschaft und vom Fischfang. In jüngster Zeit haben sich auch einige Industriezweige niedergelassen.

Samar gehört zu den ärmsten Regionen der Philippinen. Besonders auf dem Land ist das Leben sehr hart. Viele Menschen haben keine ordentliche Behausung, leben in Notunterkünften oder illegalen Siedlungen und haben meist weder sauberes Trinkwasser noch sanitäre Einrichtungen. Die Sterblichkeitsrate ist aufgrund von Unterernährung und dem Mangel an Gesundheitsversorgung sehr hoch. Auch die Analphabetenrate liegt über dem Landesdurchschnitt.
Diese Familien kämpfen jeden Tag um die ausreichende Ernährung und Versorgung ihrer Kinder, die häufig den Tag über unbeaufsichtigt zurückbleiben, während die Eltern nach Arbeit suchen.

Diese Kinder gehen meist nicht zur Schule, weil sich ihre Eltern die Kosten nicht leisten können. Sehr häufig müssen sie zum Familieneinkommen beitragen, betteln gehen oder Kleinwaren verkaufen. Auf der Straße sind sie Ausbeutung, Gewalt und den falschen Versprechungen von Menschenhändlern ausgesetzt.

Unterstützung für gefährdete Familien seit mehr als vier Jahrzehnten

SOS-Kinderdorf ist seit über vier Jahrzehnten in Calbayog tätig. In dieser Zeit sind unser Bekanntheitsgrad und der Respekt in der lokalen Bevölkerung für unsere Arbeit gestiegen. Wir arbeiten eng mit anderen Organisationen zusammen, die sich für den Schutz der Kinderrechte einsetzen. Unsere Familienstärkungsprogramme versorgen Familien mit Nahrung und vergeben Schulstipendien, damit Kinder zur Schule gehen können.

Unsere Arbeit in Calbayog


PleasEine junge Frau besucht im SOS-Sozialzentrum einen Nähkurs (Foto: B. Neeleman)

SOS-Kinderdorf leistet der lokalen Bevölkerung auf verschiedenen Ebenen Unterstützung. Das Familienstärkungsprogramm hilft gefährdeten Familien, um sie vor der Zerrüttung zu bewahren. Dafür arbeitet SOS-Kinderdorf mit den lokalen Behörden zusammen und hilft Familien bei der Betreuung ihrer Kinder. Wir stellen den Zugang zu Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung sicher, leiten Kindertagesstätten und Beratungsstellen und fördern den Ausbau der elterlichen Kompetenzen. Das SOS-Sozialzentrum hilft Gemeinden bei der Erweiterung bestehender Netzwerke und beim Aufbau einer gemeindebasierten Unterstützung.

Kinder ohne elterliche Fürsorge können in einer der zwölf SOS-Familien ein liebevolles Zuhause finden und gemeinsam mit ihren Geschwistern in einem Umfeld voller Respekt und Sicherheit aufwachsen. Die Kinder aus den SOS-Familien besuchen die nahegelegenen Schulen und zahlreiche Angebote der Gemeinde. Sie erhalten spezielle bedarfsgerechte Unterstützung, sei es bei den Hausaufgaben oder in Form von Therapien.

Im SOS-Kindergarten nehmen kleine Kinder am Vorschulunterricht teil. Das Angebot der Tagesbetreuung und frühkindlichen Bildung wird besonders von Eltern geschätzt, die arbeiten oder eine Ausbildung absolvieren - sie wissen ihre Kinder in sicherer Obhut.

Ältere Kinder können in die SOS-Jugendeinrichtungen ziehen und werden von qualifizierten Fachkräften durch diese neue Lebensphase begleitet, in der sie eine Berufsausbildung beginnen, ein Studium aufnehmen oder sich eine Arbeit suchen. Die jungen Menschen werden ermutigt, eigene Zukunftsperspektiven zu entwickeln, lernen Verantwortung zu übernehmen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen. Das SOS-Berufsbildungszentrum bildet bis zu 126 junge Menschen und Erwachsene aus, damit sie für ihr Auskommen sorgen können.