SOS-Kinderdorf Damaskus

Seit 2011 herrscht in Syrien Bürgerkrieg, der bislang 300.000 bis 425.000 Menschen das Leben gekostet hat. Geschätzte 13,5 Millionen Menschen benötigen dringend humanitäre Hilfe. Rund 11,4 Millionen Menschen wurden vertrieben. Sie mussten ihr Zuhause verlassen und sind in andere Teile des Landes oder ins Ausland geflohen.

Die Familien kämpfen ums Überleben


Aufgrund der jahrelangen Kämpfe haben Kinder keine Chance auf eine normale Kindheit. In der Betreuung von SOS-Kinderdorf können sie wieder Kinder sein (Foto: SOS-Archiv).

Damaskus liegt im Süden von Syrien und hatte circa 1,8 Millionen Einwohner, bevor der Krieg ausbrach.

Obwohl Damaskus zu den verhältnismäßig sicheren Orten in Syrien zählt, gab es wiederholte Berichte von Schießereien, Bombenangriffen, Toten und Verletzten in einigen Vierteln der Stadt.

Die angespannte Sicherheitslage hat Auswirkungen auf die gesamte syrische Bevölkerung. In einigen Stadtteilen ist es für Familien zunehmend schwierig, Essen – die Preise sind explodiert – und sauberes Trinkwasser zu bekommen.

Die medizinische Versorgung in Syrien ist weitgehend zusammengebrochen. Mehr als die Hälfte der Krankenhäuser wurde zerstört oder schwer beschädigt, medizinische Hilfe und Medikamente sind Mangelware.

Bedürftige Kinder brauchen Schutz und Hilfe

Syrien zählt für Kinder zu den gefährlichsten Orten der Welt. Das Leben von Millionen von Kindern ist für immer verändert worden und heute von Gewalt und Furcht geprägt. Für diese Kinder sind Aktivitäten, die früher als normal galten – zur Schule gehen, mit Freunden spielen, Zeit mit ihrer Familie verbringen – nicht mehr möglich. Für viele von ihnen ist das Familienleben heute von Angst und Unsicherheit geprägt.

Kinder haben Familienmitglieder, Freunde und ihr Zuhause verloren und unvorstellbare Gewalt erlebt. Viele von ihnen sind traumatisiert – sie sind verängstigt, voller Furcht, haben Schlafstörungen oder ziehen sich von der Außenwelt zurück. Sie brauchen langfristige psychologische Betreuung – und je früher ihre Behandlung beginnt, desto besser.

Etwa 25 Prozent aller Schulen sind zerstört worden. Obwohl im ganzen Land provisorische Schulen und Klassenzimmer eingerichtet worden sind, erhalten rund zwei Millionen Kinder keinen Unterricht. Weitere 1,3 Millionen Kinder laufen Gefahr, aufgrund der Gewalt die Schule abbrechen zu müssen – in einigen Gegenden sind Schulen angegriffen worden – und sind von Vertreibung und Armut bedroht. Kinder aus armen Familien müssen arbeiten, um ihre Familien finanziell zu unterstützen.

Unsere Arbeit in Damaskus


Kinder in unserer Betreuung wachsen gemeinsam mit ihren Geschwistern in einem sicheren familiären Zuhause auf (Foto: SOS-Archiv).

SOS-Kinderdorf ist seit 1981 in Damaskus tätig. Damals wurde das SOS-Kinderdorf Qodsaya in einem Vorort der Hauptstadt gegründet, um gefährdeten Kindern und Familien zu helfen.

Im Jahr 2016 hielten wir es für dringend notwendig, noch mehr Kinder zu betreuen, die die elterliche Fürsorge verloren hatten. Daher wurde das SOS-Kinderdorf Damaskus eröffnet.

Betreuung in SOS-Kinderdorf-Familien: Bis zu 150 Kinder und junge Menschen leben im SOS-Kinderdorf Damaskus. Geschwister wachsen gemeinsam in einer SOS-Familie auf. Einige der Kinder wurden in den Übergangsheimen von SOS-Kinderdorf für unbegleitete und von ihren Familien getrennte Flüchtlingskinder betreut. Wir setzen alles daran, ihre Familien zu finden, damit sie zu ihnen zurückkehren können. Falls das nicht möglich ist, finden die Kinder im SOS-Kinderdorf Damaskus ein neues Zuhause.

Kinder in unserer Betreuung erhalten besonderen psychologischen Beistand, um die traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten, die sie in ihrem kurzen Leben erleben mussten.

Unterstützung junger Menschen: SOS-Kinderdorf unterstützt junge Menschen in Damaskus, damit sie ihr Studium bzw. ihre Ausbildung fortsetzen oder eine Arbeit finden können.

Nothilfe: In Damaskus unterstützen wir mehr als 340 Familien, damit sie Zugang zu Nahrung, sauberem Trinkwasser, Strom und medizinischer Versorgung erhalten. Wir sorgen dafür, dass ihre Kinder weiter zur Schule gehen können.

Während des anhaltenden Konflikts überwacht SOS-Kinderdorf sorgfältig die Lage, um lebensnotwendige humanitäre Hilfe zu leisten und dafür zu sorgen, dass die Sicherheit der Kinder und Familien in unserer Fürsorge gewährleistet ist. Das Kinderdorf wird auch einen sicheren Zufluchtsort bieten, falls unsere anderen Übergangsheime und Zentren evakuiert werden müssen, wenn sich dort die Sicherheitslage verschlechtern sollte.
 


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