SOS-Kinderdorf Chiang Rai

Das Schicksal der Kinder in den armen Provinzen im Norden Thailands war seit langem ein wichtiges Anliegen von SOS-Kinderdorf. Eine nationale Mittelbeschaffungskampagne ermöglichte schließlich den Beginn unserer Unterstützung für notleidende Kinder.

Düstere Zukunft für Kinder in einer der ärmsten Regionen Thailands


Eine SOS-Familie kocht zusammen (Foto: SOS-Archiv).
Chiang Rai ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Norden Thailands, die an Myanmar (Birma) und Laos grenzt und zu den ärmsten Regionen Thailands gehört. In der Vergangenheit lebte der Großteil der Bevölkerung vom Opium-Anbau. Die benötigten Flächen wurden durch Brandrodung gewonnen. Trotz der mittlerweile erlassenen Verbote wird diese Anbaumethode weiter betrieben und führt zu großflächigen Abholzungen, dadurch zu Umweltbelastungen und Erdrutschen. Aufgrund der Abgeschiedenheit dieses Gebietes und des Mangels an mineralischen Rohstoffen haben die Menschen vor Ort kaum eine andere Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Weite Teile der Bevölkerung im Norden stammen aus den angrenzenden Nachbarländern. Die meisten sind nicht einmal als Einwohner erfasst und haben daher keinerlei Rechte, können keiner geregelten Arbeit nachgehen und keinen Grundbesitz erwerben.

Durch Hunger und Armut getrieben, kommen jeden Tag Hunderte unbegleiteter Kinder aus Myanmar über die Grenze nach Thailand. Die meisten haben nie eine Schule besucht - in der Grenzregion von Myanmar gibt es nur sehr wenige Schulen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich arme Familien die Schulgebühren nicht leisten können. Diese Kinder sind daher gezwungen, jede erdenkliche Form von Arbeit anzunehmen. Die meisten sprechen kein Thailändisch und müssen daher Gelegenheitsarbeiten in Teestuben, Restaurants oder Hotels verrichten oder landen in der offenen oder versteckten Prostitution. Aufgrund ihrer traumatischen Kindheitserfahrungen werden sie als Heranwachsende häufig abhängig von lokal produzierten Amphetaminen. Viele Jugendliche arbeiten für die Drogenbarone der Region. Andere ziehen in die Großstädte im Süden des Landes und werden nicht selten in kriminelle Machenschaften verstrickt. Berichten zufolge blüht auch der Kinderhandel in andere Provinzen.

Eine nationale Mittelbeschaffungskampagne bringt Hoffnung

Die thailändische Regierung hat eine Reihe von Projekten ins Leben gerufen, um verlassenen Kindern und Waisen im Norden des Landes zu helfen, aber der Bedarf an langfristiger familiennaher Unterstützung ist nach wie vor sehr groß. SOS-Kinderdorf hat daher in Thailand eine nationale Mittelbeschaffungskampagne gestartet und genügend Geld für die langfristige Betreuung einiger notleidender Kinder in SOS-Familien aufbringen können.

Unsere Arbeit in Chiang Rai


Kinder in unserer Obhut in einem Bastelworkshop (Foto: SOS-Archiv).
Das SOS-Kinderdorf Chiang Rai konnte im Januar 2006 bezogen werden. Das Dorf liegt etwa 12 km vom Flughafen Chiang Rai International Airport entfernt an der Hauptstraße, die von Bangkok in den Norden des Landes führt. Im Umkreis von 12 km findet man ein Krankenhaus, einen Markt, mehrere Schulen, ein College und eine Universität.

SOS-Kinderdorf setzt sich für die Stärkung der Familien vor Ort ein. Im SOS-Kindergarten werden Kinder erwerbstätiger Eltern den Tag über von ausgebildeten Fachkräften betreut. Für arme Familien, besonders alleinerziehende Mütter, ist es von großer Bedeutung, ihre Kinder in sicherer Obhut zu wissen, während sie arbeiten und ihren Lebensunterhalt verdienen. Die Kinder erhalten im Kindergarten jeden Tag eine warme Mahlzeit, so dass für ihre ausreichende Ernährung gesorgt wird.

Kinder, die nicht länger bei ihrer Familie leben können, finden in 14 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Die Kinder aus dem Kinderdorf werden gemeinsam mit den Kindern aus der lokalen Bevölkerung im SOS-Kindergarten betreut und sind somit sehr gut in ihre Umgebung integriert. Später besuchen sie die nahegelegenen Schulen, können Freundschaften schließen und zu einem Teil ihrer Gemeinde werden.

SOS-Kinderdorf bietet darüber hinaus eigene Jugendprogramme. Die Heranwachsenden können zusammen leben, während sie eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren. Mit der Unterstützung ausgebildeter Fachkräfte entwickeln sie Perspektiven für ihre Zukunft, lernen Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen.

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