SOS-Kinderdorf Da Lat

Das SOS-Kinderdorf Da Lat wurde im Jahr 1969 als einer der ersten Standorte des Landes für die familiennahe Betreuung von Kindern eröffnet. Seither sind unsere Angebote in Vietnam um Schulen, Berufsbildungszentren und Familienstärkungsprogramme für die lokale Bevölkerung erweitert worden.

Da Lat gilt als zentraler Umschlagplatz für den Menschenhandel
 


Schwestern und Brüder in unserer Obhut spielen im Garten. (Foto: SOS-Archiv)
Da Lat ist die Hauptstadt der Provinz Lam Dong im Süden von Vietnam. Der nördliche Teil der Provinz ist sehr gebirgig, und etwa 70 Prozent der Gesamtfläche sind bewaldet. Die Lebenserwartung, die Alphabetisierungsrate und das Pro-Kopf-Einkommen der Menschen in der Region liegen unterhalb des Landesdurchschnitts. Das Leben in den ländlichen Gebieten und den Gebirgsregionen ist voller Entbehrungen. Daher ziehen viele Landbewohner auf der Suche nach einem besseren Leben in die Stadtgebiete. Aber auch in Städten wie Da Lat ist das Leben voller Herausforderungen.

Kinder sind die größten Opfer der prekären sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Alle Kinder in unserer Obhut haben die elterliche Fürsorge verloren. Manchmal sind ein oder beide Elternteile an AIDS oder durch Verkehrs- oder Arbeitsunfälle gestorben. In anderen Fällen sind die Eltern in andere Landesteile oder ins Ausland gezogen. Einige Kinder kommen zu Verwandten, die häufig auch nicht in der Lage sind, zusätzliche Familienmitglieder zu versorgen. Kinder aus den ländlichen Gebieten ziehen nicht selten völlig unbegleitet in die Städte, um nach Arbeit zu suchen. Hier sind sie in hohem Maße von Missbrauch und Ausbeutung bedroht. Auch der Menschenhandel bereitet der Region große Probleme. Besonders Migranten aus den ländlichen Gebieten erliegen den falschen Versprechungen von Menschenhändlern. Da Lat gehört zu den größten Umschlagplätzen des Landes. Die meisten Opfer werden zur Prostitution gezwungen.

Frauen und Kinder sind in besonderem Maße gefährdet. Arme Eltern nehmen ihre Töchter häufig sehr früh aus der Schule, weil sie ihre Hilfe auf den Feldern oder bei der Hausarbeit benötigen. Aufgrund ihrer Armut und ihres niedrigen Bildungsniveaus sind Mädchen noch stärker als Jungen von Missbrauch und Ausbeutung bedroht.

Unterstützung für notleidende Familien und ein liebevolles Zuhause für Kinder

Angesichts der sozialen und wirtschaftlichen Not im Mekong-Delta ist die Arbeit unserer Organisation von größter Bedeutung. Die Angebote des Familienstärkungsprogramms, der familiennahen Betreuung und Bildung sowie die Unterstützung von Jugendlichen bei ihrer Verselbständigung verbessern die Lebensbedingungen zahlreicher Menschen, die sich ohne Hilfe nicht einmal mit dem Nötigsten versorgen oder ihre Kinder zur Schule schicken könnten.

Unsere Arbeit in Da Lat


Kinder einer SOS-Familie malen zusammen.  (Foto: SOS-Archiv)
Ein wichtiger Teil der Arbeit von SOS-Kinderdorf in Da Lat ist die Unterstützung von Kindern und Familien aus der Region. Im Rahmen unseres Familienstärkungsprogramms unterstützen wir gefährdete Familien. Sie erhalten Finanzhilfen, damit ihre Kinder Zugang zu Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung erhalten. Daneben bieten wir Gesundheitsberatungen und psychologischen Beistand. Unsere besondere Unterstützung in Da Lat gilt Kindern, die nicht länger bei ihren Eltern leben können. Ihre rechtlichen Vormunde erhalten jeden Monat finanzielle Hilfen, damit die Kinder gut versorgt werden.

Bis zu 140 Kinder, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in 16 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Im SOS-Kindergarten werden bis zu 100 Kleinkinder aus dem Kinderdorf und der Nachbarschaft betreut. Das Angebot der Tagesbetreuung wird besonders von erwerbstätigen Eltern geschätzt - sie wissen ihre Kinder in professioneller Obhut, während sie ihren Lebensunterhalt verdienen.

Ältere Kinder werden in den Grund- und Sekundarstufen der SOS-Hermann-Gmeiner-Schule unterrichtet. In der Schulkantine erhalten die Kinder ein Mittagessen, damit sie wenigstens einmal am Tag eine nahrhafte Mahlzeit zu sich nehmen.

Das SOS-Jugendprogramm wurde im Jahr 1994 eröffnet. Hier werden junge Menschen von qualifizierten Fachkräften begleitet und unterstützt, während sie ein Studium oder eine Berufsausbildung absolvieren. Die jungen Erwachsenen werden ermutigt, Zukunftsperspektiven zu entwickeln, Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen.
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