SOS-Kinderdorf Da Nang

Vietnam war eins der ersten Länder, in denen das SOS-Kinderdorf-Modell der familiennahen Betreuung für notleidende Kinder eingeführt worden war. Seit Beginn unserer Tätigkeit in den 1960er Jahren haben wir unsere Programme kontinuierlich auf das ganze Land ausgeweitet.

Rasante Urbanisierung und steigende städtische Armut


Das Herbstfest im SOS-Kinderdorf (Foto: SOS-Archiv)
Da Nang liegt an der Südküste von Zentralvietnam und ist die größte Stadt der Region. Die Stadt ist schnell gewachsen und ist die Heimat von mehr als einer Million Menschen (Schätzung 2015). Die rasante Urbanisierung liegt vor allem in der Zuwanderung begründet. Jeden Monat kommen tausende Menschen auf der Suche nach Arbeit in die Stadt. Da Nang ist ein wichtiges Industrie- und Handelszentrum der Region und verfügt über einen der größten Seehäfen des Landes.


In der Vergangenheit waren der Norden und der Süden des Landes weiter entwickelt als die Zentralregion. In jüngster Zeit war die Regierung jedoch bemüht, die Wirtschaft der Region anzukurbeln. Bei der Armutsbekämpfung und der Verbesserung des Zugangs zu Bildung und medizinischer Versorgung sind rasche Fortschritte erzielt worden. Trotz aller Maßnahmen entstehen dennoch immer neue informelle Siedlungen. Die Bewohner der Elendsviertel leben in menschenunwürdigen, überfüllten und unsicheren Behausungen. Weite Teile der Bevölkerung haben keinen Zugang zu Basisdienstleistungen und Infrastruktur. Die städtische Armut ist daher im Anstieg begriffen.

Zahlreiche Mütter können ihre Kinder nicht ausreichend versorgen

Auch die Arbeitslosigkeit bereitet große Probleme. Tausende Familien sind in höchstem Maße gefährdet: wenn der Hauptverdiener seine Arbeit verliert oder erkrankt oder im Fall von Naturkatastrophen können Familien unvermittelt in Armut stürzen. Darüber hinaus mangelt es an beruflichen Bildungsangeboten für ungelernte Arbeiter. Umweltbelastungen - darunter die Verschmutzung der Flüsse durch ungeklärte Abwässer - führen zu chronischen Erkrankungen, die das Wohl ganzer Familien und besonders die gesunde Entwicklung von Kindern gefährden.


Zahlreiche alleinerziehende Mütter können ihre Kinder nicht ausreichend versorgen. Kinder mit Behinderungen sind besonders benachteiligt. In Vietnam leben geschätzte 1,2 Millionen Kinder mit Behinderungen. Häufig waren ihre Mütter mit der Chemikalie Agent Orange in Berührung gekommen. Nur ein Drittel der behinderten Kinder wird medizinisch betreut, die Hälfte lernt weder lesen noch schreiben. Arme Familien können sich die weite Reise zu Spezialisten meist nicht leisten. Zahlreiche Betroffene wissen nicht, dass sie Anspruch auf Sozialleistungen haben, und nur wenige Schulen sind behindertengerecht ausgestattet.

Unsere Arbeit in Da Nang


Junge bei den Hausaufgaben (Foto: SOS-Archiv)
Das SOS-Kinderdorf Da Nang wurde im Jahr 1993 eröffnet. Unser Sozialzentrum leitet heute ein Familienstärkungs-programm für die lokale Bevölkerung. Wir versuchen gefährdete Familien zu lokalisieren und ihnen bedarfsgerechte Unterstützung zu bieten, damit ihre Kinder sicher und gesund aufwachsen und zur Schule gehen können. Dabei arbeiten wir mit den lokalen Behörden und anderen Organisationen zusammen, um so vielen gefährdeten, notleidenden, verlassenen oder verwaisten Kindern aus der Umgebung des SOS-Kinderdorfs wie möglich zu helfen. Eltern, die ihre Kinder nicht ausreichend versorgen können, erhalten jeden Monat Finanzhilfen, damit sie ihre Grundbedürfnisse erfüllen können. Darüber hinaus bieten wir Gesundheitsberatungen und psychologischen Beistand.


Kinder aus der Region, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in 16 SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Müttern fürsorglich betreut. Im SOS-Kindergarten erhalten bis zu 190 Kinder Vorschulunterricht. Die SOS-Hermann-Gmeiner-Schule umfasst 25 Klassenzimmer, mehrere Labors, eine Bibliothek und eine Mensa. Hier werden 1000 Kinder bis zur Sekundarstufe unterrichtet. Sowohl der Kindergarten als auch die Schule stehen allen Kindern aus der Gemeinde offen.

Im SOS-Jugendprogramm werden junge Menschen von qualifizierten Fachkräften begleitet und unterstützt, während sie ein Studium oder eine Berufsausbildung absolvieren. Die jungen Erwachsenen werden ermutigt, Zukunftsperspektiven zu entwickeln, lernen Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen. In Da Nang bieten wir jungen Menschen darüber hinaus eine technische Grundausbildung.

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