SOS-Kinderdorf Vari

Obwohl Griechenland bisher einen relativ hohen Lebensstandard hatte und das größte Wirtschaftsland der Balkanregion war, haben jüngste Entwicklungen zu großer Unsicherheit geführt. Besonders junge Griechen blicken mit Angst in die Zukunft. Die vollen Auswirkungen der derzeitigen Finanzkrise sind noch nicht absehbar.

Seit Anfang der Schuldenkrise wird das tägliche Leben immer schwieriger


Kinder, die nicht bei ihren Eltern leben können, finden ein neues Zuhause im SOS-Kinderdorf Vari (Foto: SOS-Archiv)
Vari war der Standort des ersten SOS Kinderdorfes in Griechenland. Die kleine Stadt ist Teil der Gemeinde Vari-Voula-Vouliagmeni und liegt in Ostattika am Saronischen Golf, nur 12 km von der Akropolis entfernt. Vari hat ungefähr 11.000 Einwohner.

Griechenland ist seit 2009, als Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit des Landes herunterstuften, in einer tiefen Krise. Um das dringend benötigte Rettungspaket zu erhalten, welches die pünktliche Bezahlung der Staatsschulden ermöglicht, hat die griechische Regierung zunehmend harte Sparmaßnahmen eingeführt, unter anderem Lohnkürzungen, erhöhte Treibstoffpreise sowie Steuererhöhungen.

Das Leben ist für viele griechische Familien zu einem täglichen Kampf geworden. Vormals kamen Kinder oft aufgrund von Alkoholismus, Drogenmissbrauch oder Krankheit der Eltern in ein SOS-Kinderdorf, doch heute sind viele Eltern ganz einfach finanziell nicht mehr in der Lage, für ihre Kinder zu sorgen.

 

Für tausende griechische Familien scheint die Zukunft trostlos

Die anhaltende Unsicherheit der griechischen Wirtschaft hat auch zu reduzierten Erwerbsmöglichkeiten und geringerer industrieller Produktion geführt, und somit zu ansteigender Arbeitslosigkeit. Obwohl die offizielle griechische Arbeitslosenrate bei 27 Prozent liegt, ist sie in einigen Gebieten von Athen höher.

SOS-Kinderdorf hat die Folgen dieser Ereignisse sehr stark zu spüren bekommen, nicht zuletzt da seit 2011 auch karitative Vereine in Griechenland hohe Steuern zahlen müssen. Immer mehr verzweifelte Eltern wenden sich an SOS-Kinderdorf als letzten Ausweg, wenn keine Unterstützung im sozialen Umfeld mehr vorhanden ist. Zunehmend entstammen diese Familien auch der Mittelklasse. Zurzeit unterstützen wir fünfzigmal mehr Familien als vor der Krise.

Unsere Arbeit in Vari


Kinder brauchen unsere Unterstützung, damit sie in einem stabilen Umfeld aufwachsen können (Foto: L. Yassin).
SOS-Kinderdorf setzt sich seit 1982 für Kinder in Vari ein.

Betreuung in Familien: Kinder aus der Region, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in einer der elf SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. 36 Kinder leben hier mit ihren Geschwistern, fürsorglich von ihrer SOS-Mutter betreut. Die Kinder besuchen Schulen in der Umgebung und sind so in die Gemeinschaft von Vari integriert.

Unterstützung für junge Erwachsene: Wenn Jugendliche aus dem Kinderdorf bereit sind, von zu Hause auszuziehen, um zu studieren oder eine berufliche Ausbildung zu absolvieren, bietet ihnen die SOS-Jugendeinrichtung betreute Wohnmöglichkeiten in Athen. Unter der Anleitung qualifizierter Mitarbeiter lernen die Jugendlichen, Verantwortung zu übernehmen und eigene Entscheidungen zu treffen, um sich auf ein selbstbestimmtes Leben als Erwachsene vorzubereiten.

Familienstärkungsprogramme: In Athen werden Familienstärkungsprogramme durchgeführt, damit die schwierigen Umstände der Bevölkerung auf ganzheitliche und nachhaltige Weise gelindert werden. Wir bieten Unterstützung für Familien, denen es schwerfällt, für ihre Kinder zu sorgen, sodass die Familie zusammenbleiben kann und Kinder nicht die elterliche Fürsorge verlieren. Das SOS-Kinderheim Eliza betreut kurzfristig (bis zu 18 Monate lang) bis zu 20 Kleinkinder unter fünf Jahren.
  • Hilfe für Kinder in Not

    Die SOS-Kinderdörfer engagieren sich in 36 europäischen Ländern für verlassene und sozial benachteiligte Kinder. Helfen Sie mit Ihrer Spende oder Patenschaft!

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