Österreich

Wie die SOS-Kinderdörfer in Österreich helfen

Der Gründer von SOS-Kinderdorf, Hermann Gmeiner, war ein Österreicher. Angesichts des Elends der Kinder ohne elterliche Fürsorge im Österreich der Nachkriegszeit gründete Hermann Gmeiner unsere Organisation in Imst (Tirol). In den Jahrzehnten nach der Gründung wuchs die Organisation sowohl innerhalb Österreichs als auch im Ausland. Derzeit unterstützt SOS-Kinderdorf Kinder, Jugendliche und Familien in Österreich an 11 verschiedenen Standorten.

Einige Fakten über Österreich


Tiere helfen Kindern, Traumata zu überwinden (Foto: S. Muehlburger)

Die Republik Österreich ist ein Binnenland in Mitteleuropa und grenzt an Deutschland, die Tschechische Republik, die Slowakei, Ungarn, Slowenien, Italien, Liechtenstein und die Schweiz. Österreich hat 8,2 Millionen Einwohner (Juli 2011, Schätzung), in der Hauptstadt Wien leben 1,7 Millionen Menschen. Zirka 91 Prozent der Bevölkerung sind österreichischer Abstammung. Zu den Minderheiten zählen Bürger aus dem früheren Jugoslawien (vier Prozent), Türken (1,6 Prozent) und Deutsche (0,9 Prozent).

Ein Land mit hoher Lebensqualität

Die Menschen in Österreich genießen einen hohen Lebensstandard. Sie haben Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung und guten Sozialleistungen. Im Jahr 2009 hat Österreich ca. 11 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes in den Gesundheitssektor investiert, wovon ein bedeutender Anteil auf die Krankheitsprävention entfiel. Die Lebenserwartung ist hoch; sie liegt bei 78 Jahren für Männer und bei 83 Jahren für Frauen.

Die Wirtschaft Österreichs ist eng mit den Wirtschaftssystemen der anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union verzahnt. Die Geschäfte mit den Ländern der EU machen fast 72 Prozent des Handelsvolumens aus. Österreich hat einen starken Dienstleistungssektor, in dem etwa 67 Prozent der Bevölkerung beschäftigt sind. Zirka 27,5 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten in der Industrie und 5,5 Prozent in der Landwirtschaft.

Zu den Herausforderungen der Zukunft in Österreich zählen die wachsende Arbeitslosigkeit, eine alternde Bevölkerung und die niedrige Fertilitätsrate. 2011 lag die Arbeitslosenquote bei 4,2 Prozent. Die Bevölkerung altert - 18,2 Prozent der Einwohner sind älter als 65 Jahre, und es wird erwartet, dass diese Zahl weiter ansteigen wird. Die Fertilitätsrate in Österreich zählt mit durchschnittlich 1,4 Kindern pro Frau zu den niedrigsten auf der ganzen Welt.

Trotz der allgemeinen hohen Lebensqualität sind ca. 12 Prozent der Bevölkerung von Verarmung bedroht, da ihre Einkünfte weniger als 60 Prozent des österreichischen Durchschnittseinkommens betragen. Etwa sechs Prozent leben in manifester Armut. In Österreich sind vor allem alleinerziehende Haushalte, alleinstehende Frauen im Ruhestand, Familien mit mehr als drei Kindern und Menschen, die keine Staatsbürger der EU/EFTA sind, von Armut betroffen.

Die Lage der Kinder in Österreich


Eine SOS-Mutter vergnügt sich mit ihren Kindern (Foto: R. Winkler)
Zirka 15 Prozent der österreichischen Bevölkerung sind jünger als 15 Jahre. In den Jahrzehnten nach der Gründung von SOS-Kinderdorf durch Hermann Gmeiner hat sich das Leben für die Kinder im allgemeinen verbessert. Die meisten Kinder konnten vom Wirtschaftswachstum profitieren, durch das mehr Investitionen in das Gesundheitswesen, das Bildungssystem und das Sozialwesen getätigt werden konnten.

Dennoch leben schätzungsweise 6,2 Prozent aller Kinder in relativer Armut, und ca. 14 Prozent aller Kinder und Jugendlichen leben in Haushalten, die von Verarmung bedroht sind. Ungefähr ein Drittel von ihnen leben in Familien, in denen mindestens ein Familienmitglied einen Migrationshintergrund aufweist.

Obwohl alle Kinder Zugang zu einem qualitativ hochwertigen und kostenlosen Bildungssystem haben, schneiden die Kinder aus Familien mit niedrigen Einkommen in der Schule tendenziell schlechter ab. Diese Ungleichheit zeigt sich auch in der Art der Schule, die sie besuchen - ca. 80 Prozent der Kinder, die von Verarmung bedroht sind, besuchen eine allgemeine Sekundarschule, und nur 20 Prozent ein mehr auf eine akademische Laufbahn ausgerichtetes Gymnasium. Darüber hinaus gibt es nach Angaben der OECD bedeutende Unterschiede zwischen der schulischen Leistung von Kindern mit Migrationshintergrund und österreichischen Schülerinnen und Schülern. Schlechte schulische Leistungen verringern die Chancen auf einen guten zukünftigen Arbeitsplatz.

 

SOS-Kinderdorf in Österreich

SOS-Kinderdorf ist in Österreich sehr aktiv und passt seine Tätigkeit den Bedürfnissen von Kindern und Familien fortwährend an. Neben den SOS-Kinderdörfern, in denen Kinder ohne elterliche Fürsorge von SOS-Müttern betreut werden können, gibt es eine Reihe von Programmen, die mit Familien und jungen Menschen in den Gemeinden arbeiten. Kleine Kinder können in den SOS-Kindergärten betreut werden, während ihre Eltern arbeiten oder an Bildungsmaßnahmen teilnehmen. Familienstärkungsprogramme stellen einen wichtigen Bestandteil unserer Arbeit dar. Gemeinsam mit lokalen Behörden arbeitet SOS-Kinderdorf direkt mit Familien und Gemeinden zusammen, um sie in die Lage zu versetzen, gut für ihre Kinder  sorgen zu können. Diese Aktivitäten umfassen beispielsweise Beratungen und Workshops für Eltern und Jugendliche, Therapien für Kinder mit speziellen psychologischen Problemen, und Unterkünfte für Flüchtlinge. Junge Erwachsene können in spezielle Häuser und Wohnungen ziehen, in denen sie auf ihrem Weg in die Selbständigkeit von professionellen Fachkräften begleitet werden.
Innsbruck und Wien sind ebenfalls Sitz des Dachverbandes "SOS-Kinderdorf International". Mitarbeiter von SOS-Kinderdorf aus der ganzen Welt werden in der SOS-Hermann-Gmeiner-Akademie in Innsbruck geschult.
SOS-Kinderdorf unterstützt unbegleitete Flüchtlingskinder seit über 15 Jahren. Im Jahr 2015, und in Reaktion auf die Flüchtlingskrise, boten wir individuelle Betreuung für unbegleitete Kinder und junge Erwachsene. Sie leben in SOS-Familien oder werden in kleinen Wohngruppen betreut.


 

Website von SOS-Kinderdorf Österreich
(verfügbar auf Deutsch)

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