SOS-Kinderdorf Medlanky

Medlánky war das dritte SOS-Kinderdorf in der Tschechischen Republik. Im Jahr 1974 fiel unser in der damaligen Tschechoslowakei gelegenes Dorf in die Hände der staatlichen Behörden. Erst nach der politischen Wende vom Dezember 1989 konnte unsere Arbeit im Land fortgesetzt werden.

 Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt


Die Kinder beim gemeinsamen Mitagessen (Foto: SOS-Archiv)

Medlánky liegt in Südmähren vor den Toren der Stadt Brünn und ist ein strategisch wichtiges Drehkreuz: die europäischen Hauptstädte Prag, Wien und Bratislava sind nur etwa 200 km entfernt. Brünn ist die zweitgrößte Stadt der Tschechischen Republik, die größte der Region Mähren und darüber hinaus ein wichtiges Verwaltungszentrum. Hier sind neben dem Gerichtshof der Tschechischen Republik auch verschiedene staatliche Organisationen angesiedelt. In der Vergangenheit lebten die meisten Bewohner der Region vom produzierenden Gewerbe und von der Industrie. In jüngster Zeit haben sowohl der Dienstleistungs- als auch der Technologiesektor zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Nicht alle Teile der Bevölkerung haben jedoch bislang von diesen neuen wirtschaftlichen Entwicklungen profitiert. Vor allem Frauen (besonders mit Kindern im Vorschulalter), Angehörige der Roma und anderer ethnischer Minderheiten und junge Menschen mit Behinderungen finden nur schwer eine Arbeit.

In jüngster Zeit hat der Kinderrechtsausschuss der Vereinten Nationen aufgrund der großen Zahl der Kinder, die in Heimen aufwachsen, wiederholt Kritik an der Tschechischen Republik geübt. Vor allem Roma-Kinder ohne elterliche Fürsorge werden häufig in staatlichen Waisenhäusern untergebracht. Auch die Kinder, deren Eltern an geistigen oder körperlichen Behinderungen leiden, alleinerziehend sind oder einen niedrigen Bildungsstandard haben, sind in besonderem Maße vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedroht. Familien in Not bekommen nur selten Unterstützung.

Die Polizei hat das Dorf besucht und erlaubt, dass die Kinder die Motorräder untersuchen. (Foto: SOS-Archiv)
Die Polizei hat das Dorf besucht und erlaubt, dass die Kinder die Motorräder untersuchen. (Foto: SOS-Archiv)

SOS-Kinderdorf begann seine Tätigkeit in Medlánky im Jahr 2003. Kinder, die nicht länger von ihren Eltern versorgt werden können, finden in zehn SOS-Familien ein liebevolles Zuhause, in dem sie gemeinsam mit ihren Geschwistern aufwachsen und von SOS-Müttern betreut werden. Im Dorf gibt es ein pädagogisches und ein psychologisches Beratungszentrum. Die Kinder besuchen die nahegelegenen Schulen und nehmen an Aktivitäten der Gemeinde teil. Dadurch sind sie sehr gut in ihre Umgebung integriert.

  • Hilfe für Kinder in Not

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