SOS-Kinderdorf Köszeg

In Köszeg wurde 1993 das dritte ungarische SOS-Kinderdorf für die Unterstützung gefährdeter Kinder eröffnet. Jugendliche, die ihren SOS-Familien entwachsen sind, werden seit 2003 im SOS-Jugendprogramm in der nahegelegenen Stadt Szombathely betreut.

Gefährdete Familien leiden unter den jüngsten Kürzungen der Sozialausgaben


Spielende Kinder im Freien (Foto: SOS-Archiv)

Köszeg ist eine ländliche Kleinstadt mit rund 11 800 Einwohnern und liegt im Westen von Ungarn nahe der Grenze zu Österreich.

In der Vergangenheit lebte der Großteil der Bevölkerung vom Ackerbau, der Forstwirtschaft und der Viehzucht, aber seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion hat die landwirtschaftliche Tätigkeit einen Rückgang zu verzeichnen. Derzeit sind der Weinbau und der Tourismus die wichtigsten Quellen für Einkommen und Beschäftigung.

Köszeg ist eine historische Stadt, die ihr kulturelles Erbe bewahrt hat und zahlreiche Touristen anlockt. Viele Besucher kommen auch wegen der malerischen Landschaft und der Kurorte in die Region.

Die wirtschaftlichen Probleme Ungarns haben zu Kürzungen der Sozialausgaben geführt. Somit hat sich die Situation zahlreicher Kinder verschlechtert. Kinder alleinerziehender Eltern und aus Haushalten mit drei oder mehr Kindern sind besonders armutsgefährdet. Viele Kinder aus benachteiligten Familien brechen die Schule ab. Ohne Bildung haben sie nur wenige Chancen, als Erwachsene für ihr Auskommen sorgen zu können.

Kinder ohne elterliche Fürsorge und besonders Heimkinder werden häufig diskriminiert. Derzeit ist es für alle junge Menschen schwer, aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und dem Mangel an erschwinglichem Wohnraum den Übergang ins Erwachsenenleben zu meistern. Wenn sie allerdings in staatlichen Heimen aufgewachsen sind und keine Unterstützung erhalten haben, kann die Suche nach Arbeit und Unterkunft ein unüberwindbares Hindernis darstellen.

Familiennahe Betreuung für Kinder und Unterstützung für junge Menschen

Seit Beginn der Tätigkeit von SOS-Kinderdorf in Ungarn hat das Land zahlreiche Veränderungen durchlaufen. Im Laufe der Jahrzehnte wurden unsere Angebote an die jeweiligen Bedürfnisse der Bevölkerung angepasst. In Zeiten der Wirtschaftskrise und aufgrund der Kürzungen im Sozialwesen ist unser Einsatz für gefährdete Kinder und junge Menschen ohne elterliche Fürsorge heute noch genauso wichtig wie zu Beginn unserer Tätigkeit im Jahr 1990. Wir arbeiten sehr eng mit den lokalen Behörden und der Gemeindeverwaltung zusammen.

Unsere Arbeit in Köszeg


Kostümfest im SOS-Kinderdorf (Foto: SOS-Archiv)

Kinder, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, finden in einer der 14 SOS-Familien ein neues Zuhause. Jede Familie wird von einer SOS-Mutter betreut, die den Kindern in ihrer Obhut ein sicheres und liebevolles Zuhause bietet. Die Kinder besuchen den öffentlichen Kindergarten und die nahegelegenen Schulen, schließen Freundschaften und werden zu einem Teil ihrer Gemeinde.

Nach der Schule können sie zahlreiche Freizeitaktivitäten besuchen, am Musikunterricht teilnehmen und handwerkliche Tätigkeiten oder Volkstänze erlernen. Viele Familien verbringen den Sommer in Ferienlagern. Ältere Kinder können auch nach Italien in das internationale SOS-Feriendorf Caldonazzo fahren.

Junge Menschen, die ihren SOS-Familien entwachsen, können in das SOS-Jugendprogramm in der Bezirkshauptstadt Szombathely wechseln. Hier werden sie von qualifizierten Fachkräften durch diese neue Lebensphase begleitet, in der sie eine Berufsausbildung beginnen, ein Studium aufnehmen oder sich eine Arbeit suchen.

Mit professioneller Unterstützung werden sie ermutigt, realistische Zukunftsperspektiven zu entwickeln, und sie lernen Verantwortung zu tragen und zunehmend eigene Entscheidungen zu treffen.
 

  • Hilfe für Kinder in Not

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