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SOS-Kinderdörfer Wo wir helfen Hilfsprojekte Kampf gegen Hunger: SOS-Hilfe für Familien Hunger - Fakten & Ursachen

Hunger - Fakten & Ursachen 

Jeder siebte Mensch hat nicht genug zu essen und jedes vierte Kleinkind in Afrika und Südasien ist stark untergewichtig. Hier finden Sie Fakten und Hintergrundinformationen.


Fakten:

  • Grundnahrungsmittel sind für viele unbezahlbarGrundnahrungsmittel sind für unzählige Menschen unbezahlbar2,2 Millionen Kinder sterben jedes Jahr an Mangel- und Unterernährung (Welthunger-Index 2010).
  • Jedes dritte Kleinkind in Afrika und Südasien – insgesamt 195 Millionen – ist aufgrund von Mangel- und Unterernährung unterentwickelt. Ein Viertel – das sind 129 Millionen Mädchen und Jungen – ist stark untergewichtig. Die Gesundheit und Entwicklung kleiner Kinder ist durch Mangelernährung besonders gefährdet.
  • Weltweit hungern rund 925 Millionen Menschen, so die aktuelle Schätzung der UN-Ernährungsorganisation FAO.
  • Das Ziel der internationalen Staatengemeinschaft, die Zahl der Hungernden bis 2015 zu halbieren, ist aus Sicht der UN-Ernährungsorganisation FAO nicht mehr erreichbar.
  • Preisexplosion: Weltweit lässt sich ein Trend zu steigenden und stark schwankenden Lebensmittelpreisen beobachten. Nach einer Studie der Weltbank verteuerten sich Nahrungsmittel von 2005 bis 2008 um 83 Prozent. Zwischen Juni 2010 und Mai 2011 verdoppelten sich die Preise für Mais und Weizen nahezu.
  • In armen Ländern müssen die Menschen bis zu 70 Prozent ihres Einkommens für Essen ausgeben. Drastische Preissteigerungen wie in den vergangenen Jahren machen Grundnahrungsmittel unerschwinglich.
  • Neu ist: Die Hungerkrise trifft vor allem auch die Menschen in den rasant wachsenden Städten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Bislang profitierte dort die Stadtbevölkerung von billigen, subventionierten Lebensmittelimporten aus Europa oder den USA.
  • Der Hunger treibt die Menschen auf die Straße. In Ländern wie Haiti, Bangladesch, Mexiko, Kamerun und Senegal forderten 2008 Hungerrevolten Tote und Verletzte. 2010 führten steigende Brotpreise in Mosambik zu Ausschreitungen. Die Versorgungskrise droht in den folgenden Jahrzehnten ganze Regionen politisch und sozial zu erschüttern – eine neue Flüchtlingswelle wäre die Folge.

Ursachen:

  • Entwicklung des Reispreis-Index; Quelle: FAOFinanzcrash und Wirtschaftskrise: Die Preise für Rohstoffe brechen ein, Investitionen gehen massiv zurück - die weltweite Wirtschaftskrise hat die Entwicklungs- und Schwellenländer besonders hart getroffen. Armut und Hunger nehmen dort weiter zu. 
  • Spekulationen: Die weltweite Finanz- und Bankenkrise hat Rohstoffe zu einer lukrativen Anlagemöglichkeit gemacht. Dies hat Spekulationen an den Rohstoffbörsen angeheizt.
  • Missernten: Der Klimawandel führt verstärkt zu Dürren und Überschwemmungen. Die Folge: Geringe Erträge und schlechte Ernten lassen die Lebensmittelpreise steigen.
  • Bevölkerungswachstum: Die Weltbevölkerung wächst rapide: täglich um mehr als 200.000 Menschen. Die Nahrungsmittelproduktion hält damit nicht Schritt.
  • Steigende Energiepreise: Der hohe Ölpreis verteuert die Kosten für Erzeugung, Verarbeitung und Transport von Nahrungsmitteln.
  • Biotreibstoff: Zunehmend werden landwirtschaftliche Flächen für die Erzeugung von Biosprit genutzt - statt für den Anbau von Nahrungsmitteln.
  • Erhöhte Nachfrage nach Fleisch und Milchprodukten: Aufgrund des wachsenden Wohlstands in Schwellenländern wie China und Indien essen die Menschen dort mehr Fleisch und Milchprodukte. Dies wiederum führt dazu, dass der Bedarf an Getreide für Tierfutter steigt. Die Folge: Die Preise für Grundnahrungsmittel steigen.
  • Ungerechte Handelsstrukturen: Reiche Länder schirmen ihre Märkte durch Agrarzölle ab und verbilligen zugleich durch Subventionen die eigenen Agrarexporte. Die Bauern in armen Ländern können nicht mithalten - und die Entwicklung der Landwirtschaft wird dort gehemmt.
  • Vernachlässigung der Landwirtschaft: Die internationale Entwicklungshilfe hat die Landwirtschaft in armen Ländern vernachlässigt: Der Anteil der Entwicklungsgelder für die Landwirtschaft ist in den vergangenen 25 Jahren von 17 auf 4 Prozent gefallen.

 

Fazit

Hilfe muss an verschiedenen Stellen ansetzen: Auf politischer Ebene und bei den einzelnen Menschen - bei den Kleinbauern auf dem Land wie bei den Menschen in den Elendsvierteln der Städte. In jedem Fall gilt: Der Hungerkrise können wir nur begegnen, indem wir die strukturelle Armut gezielt und nachhaltig bekämpfen. Wie die SOS-Kinderdörfer helfen

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