Fakten zur drohenden Hungerkatastrophe im Niger 2010 

Das Ausmaß:

  • Jeder fünfte Haushalt im Niger hat Nahrungsmittelvorräte für gerade mal 10 Tage. Das bedeutet, dass 2.700.000 Menschen ums Überleben kämpfen und dringend auf sofortige Hilfe angewiesen sind. Weitere 5.100.000 Menschen werden mittelfristig Unterstützung benötigen.
  • Die Vereinten Nationen (UN) gehen davon aus, dass 2010 im Niger mindestens 200.000 Kinder vom Hungertod bedroht sind. Die UN schätzen die Situation dramatischer als 2005 ein, als der Niger zuletzt von einer schweren Hungersnot heimgesucht wurde.

Die Alarmsignale:

  • Die Lebensmittellager reichen 2009 im Durchschnitt nur noch für 2,8 Monate, 2008 waren es noch 5,4 Monate.
  • Die immer knapper werdenden Nahrungsmittel werden immer teurer. Die Preise sind explodiert. Haushalte verschulden sich deswegen.
  • Der Viehbestand findet kaum noch Nahrung und wird deshalb immer kleiner. Viele Kleinbauern müssen ihre Restviehbestände verkaufen.
  • Die Landbevölkerung flieht vor dem Hunger in die Städte oder ins benachbarte Nigeria.
  • Immer mehr Kinder leiden unter schwerer Unterernährung.

Die Hintergründe:

  • Hungerkrise im Niger: DürreVerdorrte Felder: Der Niger steht vor einer Hungersnot, die das Leben von 200.000 Kindern bedroht. Immer längere Dürreperioden haben im Niger verheerende Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Die Erträge werden von Jahr zu Jahr weniger: 2009 gaben nur 8 Prozent der in einer Frühwarn-Studie befragten Haushalte im Niger an, dass sie zufriedenstellende landwirtschaftliche Erträge erzielt hätten. 2008 waren es 26,8 Prozent, 2007 35,5 Prozent und 2006 noch 53 Prozent.
  • Landwirtschaft und Viehzucht, die mit einfachsten Mitteln betrieben werden, können die zunehmende Bevölkerung nicht mehr ernähren. Die Geburtenrate im Niger ist extrem hoch (im Schnitt 7,1 Kinder pro Frau).
  • Politische Instabilität: Als vor fünf Jahren die Ernten durch eine Heuschreckenplage und Dürren vernichtet wurden und im Fernsehen Bilder von bis auf die Knochen abgemagerten Kindern zu sehen waren, warf der Präsident den Medien Propaganda vor. Nachdem der Präsident durch einen Militärputsch im Februar 2010 gestürzt wurde, kündigte die neue Regierung zwar an, die Nahrungskrise vorrangig anzugehen - doch die politischen Unruhen haben den Kampf gegen den Hunger erschwert.