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10.06.05 - Eine Delegation der SOS-Kinderdörfer hat sich kürzlich über den aktuellen Stand des Wideraufsbaus in Sri Lanka informiert. Georg Willeit, Geschäftsführer der SOS-Kinderdörfer weltweit, beantwortet die brennendsten Fragen zur Tsunami-Nothilfe in Sri Lanka.
Worin sehen Sie derzeit die größte Herausforderung beim Projekt?Willeit: Die SOS-Kinderdörfer arbeiten im Tamilengebiet. Das bedeutet, dass Zustimmungen und Genehmigungen der Zentralregierungen meist gleichbedeutend mit Ablehnungen der Tamilen-Kommandos sind. Die SOS-Mitarbeiter sind aus beiden Ethnien und können viel ertragen. Oft ist es aber dennoch sehr schwer. Es gab sogar schon Bedrohungen an Leib und Leben. Deshalb mussten wir zunächst Iraalodai verlassen und haben uns auf das unmittelbar benachbarte Kayankerni konzentriert. In Iraalodai wurde auf Druck der Tamil Tigers eine amerikanische Kirche als Hilfsorganisation zugelassen.
In Kayankerni hatten wir recht bald alle Genehmigungen und ein schönes Grundstück für dauerhafte Häuser. Vor zehn Tagen stoppte die Zentralregierung unser Programm jedoch und befand, dass alle Familien, die vor der Katastrophe bereits außerhalb einer 250 m Zone von der Küste gelebt hatten, doch ausschließlich dort anzusiedeln wären auch wenn das an einer Flussmündung war.
Somit werden circa 90 Häuser auf den neuen Grundstücken entstehen, die restlichen circa 160 an den ursprünglichen Bauplätzen der Familien. Dieses ewige Hin-und-Her ist sehr belastend. Die Bevölkerung ist, wie man sich vorstellen kann, nahe am Aufstand.