Ebola: Zahl der Toten im Kongo steigt

Zahl der Ebola-Toten in der Demokratischen Republik Kongo 2019 vervierfacht, zwei Drittel der Erkrankten sind Kinder

08.08.2019 - 2019 sind im Kongo bereits jetzt fast viermal so viele Menschen an Ebola gestorben wie im gesamten Jahr 2018. "Der andauernde Bürgerkrieg im Land mit immer wieder neuen Gefechten und fast vier Millionen Binnenflüchtlingen macht es fast unmöglich, die Epidemie wirkungsvoll zu bekämpfen. Wir befürchten, dass sie sich weiter ausdehnen wird", sagt Pressesprecher Boris Breyer. Besonders alarmierend sei, dass es sich bei einem Drittel der Erkrankten um Kinder handele.
Aufklärung als Schutz vor Ebola: SOS-Mitarbeiter sind nach Liberia nun auch im Kongo und Uganda im Einsatz. Foto: Daniel van Moll
Aufklärung als Schutz vor Ebola: SOS-Mitarbeiter sind nach Liberia nun auch im Kongo und Uganda im Einsatz. Foto: Daniel van Moll

Die aktuelle Ebola-Epidemie war im August 2018 im Osten Kongos in den Provinzen Nord Kivu und Ituri ausgebrochen. Zuvor hatte es im Mai 2018 einen kleineren Ausbruch im Nordwesten des Landes gegeben, der im Juli für beendet erklärt wurde. Insgesamt sind bei den beiden Ausbrüchen bis Ende vergangenen Jahres 356 Menschen gestorben. 2019 waren es bis zum 31. Juli bereits 1467. "Unsere größte Sorge gilt den Kindern, denn im Vergleich zu früheren Epidemien ist die Zahl der infizierten Kinder extrem hoch. Jedes vierte Kind unter fünf Jahren im Kongo ist unterernährt. Sowieso schon geschwächt, werden viele von ihnen nicht überleben", sagt Breyer.

Notstand und Grenzschließungen

Der aktuelle Ebola-Ausbruch gilt als der zweitgrößte in der Geschichte nach dem Ausbruch 2014 in Westafrika. Die Weltgesundheitsorganisation hatte Mitte Juli den internationalen Notstand ausgerufen, nachdem die Zahlen weiter gestiegen und erste Ebola-Fälle in der Millionenstadt Goma an der Grenze zu Ruanda verzeichnet worden waren. Ruanda hatte daraufhin kurzzeitig die Grenzen geschlossen. Bereits im Juni waren drei Fälle von Ebola im benachbarten Uganda bekannt geworden.

SOS leistet Präventivmaßnahmen

Die SOS-Kinderdörfer haben eine Reihe von Präventivmaßnahmen ergriffen und sowohl im Kongo als auch im benachbarten Uganda Aufklärungskampagnen gestartet. Die Hilfsorganisation unterstützt notleidende Kinder in der Region ununterbrochen seit 30 Jahren.