Somalia: Hilfe für hungernde Kinder

Container der SOS-Kinderdörfer und humedica erreichen Mogadischu. Gefahr einer Hungersnot besteht nach wie vor

06.04.2018 - Ernten sind ausgefallen, Nutztiere verendet, es gibt kaum Wasser: Aufgrund einer verheerenden Dürre ist die Lage der Menschen in Somalia nach wie vor verzweifelt. Nach Angaben der SOS-Kinderdörfer und der Hilfsorganisation humedica sind rund 360.000 Kinder unter fünf Jahren akut mangelernährt.
SOS-Mitarbeiter untersuchen mangelernährte Kinder bei Afgooye in Somalia. Foto: Abduljalil Abdillahi
Ein SOS-Mitarbeiter untersucht mangelernährte Kinder bei Afgooye in Somalia. Foto: Abduljalil Abdillahi

71.000 von ihnen so schwer, dass sie lebensrettende Hilfe benötigen. Insgesamt gehen die beiden Hilfsorganisationen von 15 Millionen direkt Betroffenen aus.

Zum zweiten Mal seit Januar haben nun Container mit dringend benötigten Hilfsgütern die somalische Hauptstadt Mogadischu erreicht. Die Hilfslieferungen wurden von den SOS-Kinderdörfern und humedica organisiert und sind unter anderem mit Zusatznahrung, Medikamenten und Milchpulver bestückt.  „Besonders Kleinkinder, Schwangere und kranke Menschen sind dringend auf die Verteilung der lebenswichtigen Hilfsgüter angewiesen“, berichtet Johanna Bischoff, verantwortliche  humedica-Mitarbeiterin.  „Inzwischen haben die Container verschiedene Einrichtungen der SOS-Kinderdörfer und der somalischen Behörden erreicht, die Güter werden verteilt.“

Hilfslieferungen mit Zusatznahrung, Medikamenten und Milchpulver

Die Versorgungssituation bleibt nicht nur im Krisenstaat Somalia am Horn von Afrika krisenhaft, der gesamte Osten Afrikas und der Süden der arabischen Halbinsel sind betroffen. Die Notlage folgt auf zwei schlechte Regenzeiten, die zu Wassermangel, Ernteausfällen und dem Verlust von Weideland und Vieh geführt haben. Gleichzeitig stiegen die Preise für Getreide stark an. Aufgrund der Wasserknappheit brach in einigen Gebieten Cholera aus.
Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer, warnt: „Nothilfe ist dringend erforderlich, reicht aber nicht aus: Unsere Entwicklungsarbeit zielt darauf ab, dass die lokale Bevölkerung gewappnet ist, in Zukunft besser auf solche Krisen zu reagieren.“

Medizinische Hilfe für mangelernährte Kinder

Die SOS-Kinderdörfer sind bereits seit 1985 in Somalia aktiv: In zwei medizinischen Zentren erhalten mangelernährte Kinder und Frauen medizinische Hilfe. Durch mobile Einsatzteams werden auch Kinder und Familien in abgelegenen Gegenden mit wichtiger Hilfe erreicht. Außerdem steuert die Hilfsorganisation gemeinsam mit anderen Organisationen Gesundheits- und Ernährungsprogramme. Hier werden Kinder behandelt, die extrem vom Hunger geschwächt sind.