Kongo: Zwei Millionen Kindern droht der Hungertod

SOS-Kinderdörfer rufen zu schneller Hilfe auf

16.03.2018 - Mehr als zwei Millionen Kinder in der Demokratischen Republik Kongo werden sterben, wenn sie nicht sofort Hilfe erhalten. Das erklären die SOS-Kinderdörfer weltweit. "Für die Kinder läuft die Zeit ab, die meisten sind schon jetzt schwer unterernährt", sagt Pressesprecher Louay Yassin und ruft die internationale Gemeinschaft zu schneller Hilfe auf. "Noch können wir diese Kinder retten!"
Seit Jahrzehnten wird der Kongo von bewaffneten Konflikten zerrissen, nun eskaliert die Gewalt im Osten des Landes. Die Lage der Flüchtlinge ist verzweifelt, zwei Millionen Kindern droht der Hungertod. Foto: Benno Neeleman

Ursachen für ihre verzweifelte Lage seien Gewalt und Vertreibung sowie die dadurch bedingten Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Seit Jahrzehnten führen Konflikte zwischen den verschiedenen Ethnien und Proteste gegen Präsident  Joseph Kabila zu Unruhen und bewaffneter Gewalt in dem westafrikanischen Land. Dabei geht es auch um Rohstoffe Gold, Diamanten, Platin, Coltan  - im Kongo liegen reichlich kostbare Erze im Boden.

4,5 Millionen Flüchtlinge im Kongo

Die andauernden Gefechte haben das Land massiv erschüttert. Allein zwischen Juni 2016 und März 2017 wurden 400 Dörfer zerstört. 4,5 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht, davon 2,7 Millionen Kinder, etwa 600.000 konnten sich in Nachbarländer retten.

"Die Landwirtschaft in vielen Teilen des Landes liegt brach, dadurch wird die Lage der Menschen zusätzlich verschärft", sagt SOS-Pressesprecher Yassin. Immer wieder komme es zu massiven Ernährungsengpässen, mit verheerenden Folgen für die Kinder: 43 Prozent alle Kinder unter fünf Jahren litten unter Wachstumsstörungen, die Kindersterblichkeit liege bei fast zehn Prozent.

Bereits Anfang des Jahres hat die Gemeinschaft der humanitären Helfer deshalb die Rekordsumme von 1,36 Milliarden Euro für Hilfsmaßnahmen gefordert. Im April wird in Genf die erste Geberkonferenz für die Demokratische Republik überhaupt stattfinden. "Der Konflikt im Land ist hochkomplex, aber eine Botschaft ist sehr simpel: Wir müssen den Kindern jetzt helfen!", sagt Yassin.

Langfristige Hilfe für Kinder und Familien

Die SOS-Kinderdörfer in der Demokratischen Republik Kongo engagieren sich seit 1987 ununterbrochen für langfristige Veränderung. Verlassene Jungen und Mädchen finden ein Zuhause in einem der drei SOS-Kinderdörfer, Familien werden von der SOS-Familienstärkung dabei unterstützt, eine eigenständige Existenz aufzubauen.