Migration: SOS-Kinderdörfer fordern Masterplan für Entwicklung

10.07.2018 - Nach wochenlangem Streit in der Bundesregierung will Innenminister Horst Seehofer heute seinen "Masterplan Migration" vorstellen. Angesichts der schockierenden Gewalt in Syrien und des Leids hunderttausender Kinder, Jugendlicher und ihrer Familien in Krisenregionen, fordern die SOS-Kinderdörfer weltweit die Bundesregierung auf, ihrer humanitären Verantwortung gerecht zu werden und den notleidenden Menschen zu helfen. Dafür brauche es einen Masterplan für nachhaltige Entwicklung.
Kinder in einem Camp für syrische Flüchtlinge im Libanon. Foto: Michel Koreman

Gegenwärtig müssen im südlichen Syrien hunderttausende Menschen vor Krieg und Gewalt flüchten. Bis zu 200.000 Kinder und Jugendlichen wurden aus ihren Häusern vertrieben und sind dringend auf Hilfe und Schutz angewiesen. Auch in anderen Krisenregionen der Welt ist der Bedarf an humanitärer Hilfe und nachhaltiger Entwicklungsarbeit groß. Die Bundesregierung hat sich dazu bekannt, den Menschen zu helfen, damit sie in ihren Heimatländern eine Perspektive haben.

Entwicklungsetat: Entwurf bleibt weit hiner Erwartungen zurück

"Fluchtursachenbekämpfung darf jedoch nicht zu einer leeren Worthülse verkommen", sagt Yassin. "Den Worten müssen jetzt Taten folgen. Wir brauchen einen Masterplan für nachhaltige Entwicklung. Das beinhaltet die notwendigen Mittel, um Familien mit ihren Kindern vor Ort eine langfristige Perspektive zu geben. Vor allem Kindern und Jugendlichen muss der Zugang zu Bildung ermöglicht werden. Denn dann haben sie die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben", sagt Louay Yassin, Sprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit.

Der am vergangen Freitag vom Bundeskabinett vorgelegte Haushaltsentwurf für 2019 bleibt angesichts der humanitären Krisen weit hinter den Erwartungen an eine auskömmlich finanzierte Entwicklungszusammenarbeit zurück. Dies hat selbst Entwicklungsminister Gerd Müller kritisiert. "Es ist jetzt an der Zeit gegenzusteuern", sagt Yassin.