Sambia: Perspektiven für junge Mütter

BayWa Stiftung unterstützt SOS-Berufsbildungszentrum

19.03.2018 - Viele Mädchen bekommen in Sambia bereits im Teenageralter Kinder. Wenn der Kindsvater sie nicht heiratet, sind die jungen Mütter in einer verzweifelten Lage. Das Berufsbildungszentrum der SOS-Kinderdörfer in Lusaka ermöglicht jungen Alleinerziehenden eine praxisorientierte Ausbildung. Die BayWa Stiftung unterstützt das Projekt und setzt sich so für die Selbständigkeit der jungen Frauen ein.
Ausbildung für junge Mütter: Das SOS-Berufsbildungszentrum in Lusaka, Sambia, wird durch die BayWa Stiftung unterstützt.
Sambia zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Bei jungen Menschen unter 25 Jahren liegt die Arbeitslosenquote bei 25 Prozent. Mangelnde Bildung ist hierfür die Hauptursache. Vor allem junge Frauen geraten häufig in existenzielle Not, denn in Sambia bekommen viele Mädchen bereits im Teenageralter Kinder. Sie müssen dann die Schule abbrechen. Bei einer außerehelichen Schwangerschaft werden die jungen Frauen zudem oft vom Kindsvater und der eigenen Familie verstoßen. Durch die soziale Ächtung und dem fehlenden Schul- oder Ausbildungsabschluss können sie sich nur schwer um sich und ihr Kind kümmern und auf eigenen Beinen stehen.

Hilfe zur Selbsthilfe

In Zusammenarbeit mit den SOS-Kinderdörfern ermöglicht die BayWa Stiftung deshalb jungen, alleinerziehenden Müttern in Sambia eine einjährige Berufsausbildung. 20 Frauen, die unehelich schwanger wurden und nun ohne Schul- oder Berufsabschluss auf sich gestellt sind, nehmen an dem Programm teil:

Die praxisorientierte Ausbildung bereitet die jungen Frauen auf die Selbständigkeit vor.
  • Am SOS-Ausbildungszentrum in Lusaka erhalten die jungen Mütter eine Lehre in den Bereichen "Schneidern & Design" oder "Nahrungsmittelproduktion und -verarbeitung".
  • Die Ausbildung ist praxisorientiert und beinhaltet neben der Vermittlung von Fachwissen auch konkrete Arbeitstätigkeiten. In speziellen Trainings werden die jungen Frauen für eine spätere Selbstständigkeit ausgebildet und erhalten Alphabetisierungskurse.
  • Neben beruflichen Inhalten werden im Unterricht auch allgemeine Themen wie Menschenrechte, Behinderung, HIV/Aids oder die Gleichberechtigung von Männern und Frauen behandelt.

Das Ziel ist Hilfe zur Selbsthilfe: Die Teilnehmerinnen sollen nach der Ausbildung in der Lage sein, den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder zu verdienen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Betreuung der Kinder

Während der Ausbildung haben die Mütter die Möglichkeit, ihre Kinder im SOS-Kinderdorf Lusaka tagsüber von Erziehern betreuen zu lassen. Die Kinder sind dort gut aufgehoben und die Mütter können sich voll und ganz auf ihre Ausbildung konzentrieren. Auch nach dem Abschluss steht die Betreuung im SOS-Kinderdorf weiterhin offen, sodass die Mütter ihren Beruf ausüben und eigenständig für die Familie sorgen können.