Südsudan: SOS-Kinderdörfer warnen vor Hungersnot

08.05.2018 - Der Südsudan steht kurz vor einer neuen Hungersnot. Zwischen sechs und sieben Millionen Menschen droht im Bürgerkriegsland akuter Nahrungsmangel, mehr als die Hälfte davon sind Kinder. "Bereits jetzt mangelt es über fünf Millionen Menschen an ausreichender Nahrung – das ist fast die Hälfte aller Einwohner", sagt Louay Yassin, Sprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit.
Vertreibung und Hunger: Im Südsudan sind 1,8 Millionen Menschen auf der Flucht. Weitere 2,4 Millionen Südsudanesen sind in die Nachbarländer wie Uganda (Foto) geflohen. Foto: Will Boase

Nach der Hungersnot im vergangenen Jahr bahnt sich im Südsudan die nächste Hungerkatastrophe an. "Besonders die Kinder laufen Gefahr zu verhungern und haben ein neunmal höheres Risiko, an Krankheiten zu sterben", so Yassin. "Am heutigen Dienstag berät der UN-Sicherheitsrat über erneute Sanktionen gegen die südsudanesische Regierung. Wir appellieren an den Sicherheitsrat, alles zu versuchen, um Schlimmeres zu verhindern."

Flüchtlingselend und Hunger sind die Folgen des Bürgerkriegs

Seit 2013 herrscht im Südsudan Bürgerkrieg. Flüchtlingselend und Hunger sind die Folgen des grausamen Konflikts. Jungen und Mädchen werden als Kindersoldaten rekrutiert, 2,4 Millionen Kinder sind auf der Flucht und fast 70 Prozent der Kinder gehen nicht in die Schule. 93 von 1000 Kindern sterben im Südsudan vor ihrem fünften Geburtstag.

"Wir müssen sofort flächendeckend Nothilfe leisten. Langfristig müssen wir gemeinsam alles dafür tun, die Kriege endlich zu beenden", sagt Louay Yassin. Die SOS-Kinderdörfer im Südsudan sind seit 1978 aktiv. Sie geben verlassenen Kindern wieder ein Zuhause, unterstützen bedrohte Familien und leisten Nothilfe.