Syrien: Ein Zuhause für Kriegswaisen

15.03.2019 - Acht Jahre Krieg haben unzähligen syrischen Kindern die Eltern genommen. Um Waisen eine neue Familie zu geben, wandeln die SOS-Kinderdörfer in Syrien ihre Übergangsheime um. Elternlose Jungen und Mädchen, die dort vorübergehend einen geschützten Platz und Fürsorge gefunden hatten und deren Angehörige auch nach intensiven Nachforschungen nicht gefunden werden konnten, bekommen ein dauerhaftes Zuhause.
Ein Mädchen und eine SOS-Mitarbeiterin beim Lernen: In den SOS-Wohngruppen finden elternlose Kinder ein dauerhaftes Zuhause.
Ein Mädchen und eine SOS-Mitarbeiterin beim Lernen: In den SOS-Wohngruppen finden elternlose Kinder ein dauerhaftes Zuhause.

"In Sahnaya nahe Damaskus werden wir das erste von insgesamt acht Häusern mit SOS-Wohngruppen eröffnen, in denen die Kinder familiennah leben", sagt Lur Katt, Sprecherin der SOS-Kinderdörfer in Syrien. Die Betreuerinnen aus den SOS-Übergangsheimen werden die Kinder begleiten und nun als SOS-Mütter für sie da sein. Diese Kontinuität hilft den Kindern Halt zu finden, denn viele haben in den vergangenen Jahren bereits enge und stabile Bindungen zu ihren Betreuerinnen aufgebaut.

Die SOS-Übergangsheime waren gegründet worden, um den zahlreichen Jungen und Mädchen, die im Syrien-Krieg ihre Eltern verloren hatten, einen Zufluchtsort zu bieten. Die Kinder fanden hier Schutz und liebevolle Betreuung, sie konnten spielen, Kind sein, ihre Schulbildung wieder aufnehmen und wurden psychologisch unterstützt. Doch die Einrichtungen waren nicht als dauerhaftes Zuhause angelegt.

Suche nach Angehörigen

Denn nach der Aufnahme suchten SOS-Mitarbeiter nach den Eltern der Kinder. Ein intensiver und aufwändiger Vorgang in den Wirren des Krieges. Doch viele Familien konnten so wieder vereint werden. Lur Katt betont: "Wir haben auch diese Wiedervereinigungsprozesse begleitet. Viele der Eltern haben ebenfalls Traumata erlitten und brauchten psychologische Unterstützung. Uns war wichtig sicherzustellen, dass sie ihren Kindern wirklich die Stabilität und Liebe geben können, die diese brauchen." Andere Jungen und Mädchen, deren Familie gestorben oder definitiv nicht mehr auffindbar war, bekamen ein neues Zuhause in einem der SOS-Kinderdörfer in Damaskus, aber auch hier reichte der Platz bei weitem nicht aus. 

In den neuen SOS-Wohngruppen werden die noch verbliebenen Jungen und Mädchen mit ihren Betreuern als Familie zusammenleben und die Sicherheit haben, garantiert bleiben zu können.

Die SOS-Kinderdörfer haben Jungen und Mädchen sowie ihre Familien im syrischen Bürgerkrieg vielfältig unterstützt. In Damaskus entstand ein neues Kinderdorf, in Aleppo baute SOS eine Schule wieder auf, vielfach leisteten SOS-Mitarbeiter Nothilfe.