200.000 Kinder in Ost-Ghouta eingeschlossen

SOS-Kinderdörfer fordern sofortige Evakuierung

14.01.2018 - Die Rebellenhochburg Ost-Ghouta ist seit viereinhalb Jahren eingekesselt und steht unter Dauer-Bombardement: Unter den 400.000 eingekesselten Menschen befänden sich 200.000 Kinder, melden die SOS-Kinderdörfer weltweit.
Der Krieg in Syrien hat unzählige Kinder schwer traumatisiert. Sie brauchen dringend psychologische Hilfe, um später ein weitgehend normales Leben führen zu können. Foto: Fares Hajibrahem

Sie seien in akuter Gefahr. „Die Gewalt ist vergleichbar mit dem Horror, den die Welt in Aleppo gesehen hat“, sagt Mohammad Massoud, ein Mitarbeiter der SOS-Kinderdörfer vor Ort. Die Hilfsorganisation fordert deshalb alle Konfliktparteien dringend auf, die sichere und sofortige Evakuierung aller Kinder zuzulassen. Die Helfer schätzen, dass Hunderte Mädchen und Jungen gefährlich mangelernährt sind. Knapp 300 Menschen, darunter knapp 140 Kinder und 65 Kleinkinder unter 5 Jahren, würden in akuter Lebensgefahr schweben und müssten dringend medizinisch behandelt werden.

SOS fordert die sofortige Evakuierung aller Kinder

Das SOS-Kinderdörfer-Team steht in unmittelbarer Nähe der belagerten Gebiete bereit, um Hilfe zu leisten: „Wir erwarten, dass Tausende Familien auf unsere sofortige Hilfe angewiesen sind, wenn die Belagerung vorbei ist“, sagt Massoud. „Jungen und Mädchen, die die Belagerung überlebt haben, tragen schlimmste seelische Verletzungen mit sich – neben der medizinischen Versorgung wird dann deren psychologische Betreuung oberste Priorität haben.

Die SOS-Kinderdörfer in Syrien sind seit über 30 Jahren im Land aktiv. Zwei SOS-Kinderdörfer, Jugendeinrichtungen und Sozialprogramme bilden die Basis, um im Bürgerkriegsland direkt vor Ort schnell und effizient Nothilfe zu leisten. Die SOS-Nothilfe hat bislang über 300.000 Kinder und Erwachsene erreicht. Aktuelle Einsatzgebiete sind das zerstörte Aleppo, die Hafenstadt Tartous sowie Damaskus und Umgebung.


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