Chaos in Peru: SOS-Kinderdörfer stehen unter Wasser

Notstand wegen Überflutungen ausgerufen

21.03.2017 - Erdrutsche, Schlammlawinen, Überschwemmungen – die Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño im Andenstaat Peru haben Einrichtungen der SOS-Kinderdörfer hart getroffen. SOS-Mitarbeiter berichten von überschwemmten Häusern, Mangel an Trinkwasser und Familien, die vor den Trümmern ihrer Existenz stehen.
Überschwemmungen in Peru: Überfluteter Straßenzug
Überschwemmungen in Peru: Fast 600.000 Menschen sind unmittelbar von den Folgen der Katastrophe betroffen.

"Es ist eine dramatische Situation", sagt Fiorella Ponte, Mitarbeiterin der SOS-Kinderdörfer in Peru. In den Kinderdörfern Esperanza und Río Hondo, beide im Distrikt Chosica nahe der Hauptstadt Lima, wurden durch die heftigen Regenfälle Dächer der Familienhäuser schwer beschädigt, Wohnungen überflutet, sogar Wände sind vom Einsturz bedroht. Im Kinderdorf in Arequipa, der zweitgrößten Stadt des Landes, ist die Wasserversorgung kollabiert, der Schulunterricht für die Kinder fällt aus. Und in Lambayeque im Norden des Landes wurden Menschen, die von SOS unterstützt werden, von den Fluten eingeschlossen, einige warten immer noch auf Hilfe.

Überflutet: In den SOS-Kinderdörfern Esperanza und Río Hondo richteten die Wassermassen schwere Schäden an.
Überflutet: In den SOS-Kinderdörfern Esperanza und Río Hondo richteten die Wassermassen schwere Schäden an.

Familien stehen vor dem Nichts

Besonders schlimm betroffen seien Familien, die von SOS außerhalb der Kinderdörfer betreut werden, so Ponte weiter: "Diese Menschen haben teilweise alles verloren, ihre Häuser, ihr Hab und Gut, sie stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. Immerhin sind alle Menschen in unseren Einrichtungen und Kinderdörfern unverletzt geblieben", sagt Ponte.

Bei den schweren Unwettern in Peru sind seit Jahresbeginn mindestens 72 Menschen ums Leben gekommen, Zehntausende haben ihre Häuser verloren, Millionen fürchten um ihre Trinkwasserversorgung. In rund der Hälfte des Landes gilt der Notstand. Die gute Nachricht: Die Regierung stellt ein großes Hilfsprogramm für den Wiederaufbau in Aussicht. Doch die Menschen seien weiterhin besorgt, sagt Ponte - denn weniger Regenfälle sind für die kommenden Wochen nicht in Sicht.