Welttag der humanitären Hilfe: 139 Todesopfer, wachsende Missachtung des humanitären Völkerrechts

17.08.2018 - Sozialarbeiter, Psychologen, Ärzte, Pädagogen: 36 000 Mitarbeiter der SOS-Kinderdörfer engagieren sich aktuell in 135 Ländern für das Wohl der Kinder. Der Welttag der humanitären Hilfe am 19. August erinnert daher an die Helfer in den Kriegs- und Krisengebieten auf der ganzen Welt.
Ein Krankenpfleger der SOS-Klinik in Mogadischu untersucht Kinder, die in einem Flüchtlingscamp außerhalb der Stadt leben. Bei ihren Einsätzen sind die SOS-Mitarbeiter auch den Risiken von Anschlägen ausgesetzt. Foto:SOS-Somalia

In den Kriegsgebieten weltweit haben Überfälle, direkte Angriffe und Anschläge auf Mitarbeiter von Hilfsorganisationen zugenommen. Nach Schätzungen der SOS-Kinderdörfer weltweit wurden im vergangenen Jahr 139 humanitäre Helfer getötet, 102 verwundet und 72 entführt. Das sei die höchste Zahl an Todesopfern seit 2013, sagt Boris Breyer, stellvertretender Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit, anlässlich des Welttags der humanitären Hilfe (World Humanitarian Day) am 19. August. "Es gibt viele Helfer, die unter schwersten Bedingungen Großartiges leisten, aber deren Arbeit wird immer gefährlicher", so Breyer weiter.

Das hinge zum einem mit dem Charakter vieler Konflikte zusammen, in denen die gegnerischen Parteien immer weniger Rücksicht auf die Bevölkerung nehmen und sogar Terror gegen Helfer als politisches Mittel einsetzen. Zum anderen führe die lange Dauer vieler Konflikte und die anhaltende extreme Armut in vielen Ländern dazu, dass sich Rechtlosigkeit und Kriminalität ausbreiten.

Angriffe machen die Arbeit extrem gefährlich

"Zahlreiche Angriffe auf Zivilisten und zivile Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen, Wasser- und Elektrizitätswerke sowie auf Hilfstransporte belegen eine wachsende Missachtung des humanitären Völkerrechts. Wenn Neutralität nicht mehr respektiert wird und die Zivilbevölkerung sogar bewusst zur Zielscheibe wird, macht das unser Arbeiten extrem gefährlich!", sagt Breyer.

Trotzdem ist es den SOS-Kinderdörfern zusammen mit vielen anderen Nichtregierungsorganisationen im letzten Jahr gelungen, Millionen Kinder, die in Not geraten sind, zu unterstützen.