Die drei Geschwister vom neuen Kinderdorf in Syrien

Sham, Nur und Muhanad haben endlich ein Zuhause

Die ersten zwölf von insgesamt 82 Kriegswaisen haben nun ihr Zuhause im neuen SOS-Kinderdorf Saboura bezogen – unter ihnen auch die drei Geschwister Sham, Nur und Muhanad.
Drei Geschwister mit ihrer SOS-Mutter im SOS-Übergangsheim. Fotos: Wolfgang Kehl
Die Geschwister Sham (11), Muhanad (7) und Nur (9) mit ihrer SOS-Mutter Tagreed Darweesh im SOS-Übergangsheim. Schon damals war die Vorfreude auf das neue Kinderdorf groß. Foto: Wolfgang Kehl

Die SOS-Übergangsheime in Syrien sind an den Grenzen ihrer Kapazitäten angekommen – und so ist die Freude groß, dass viele Kinder nun endlich eine langfristige Betreuung im Kinderdorf Saboura am Stadtrand von Damaskus erhalten. Drei dieser Kinder sind die Schwestern Sham (11), Nur (9) und ihr Bruder Muhanad (7).

Die drei stammen aus der Region Daraja südlich von Damaskus, ein lange umkämpftes Gebiet. Vor dem Krieg muss es dort schön gewesen sein, Sham erzählt gerne davon. Als der Krieg begann, war sie fünf, also noch nicht mal in der Schule. Sham berichtet von einem freundlichen älteren Herrn in der Nachbarschaft, der damals immer mit ihnen gespielt hat. Die Kinder mussten mit ansehen, wie der Nachbar mit einer Kugel im Bauch starb.

Das Ende ihrer Familie

Und dann kam das Ende der Familie: Die Mutter der Drei starb ebenfalls durch Schüsse. Der Vater war damals schon schwer krank, er konnte sich nicht um die Kinder kümmern. Also wurden sie auf Verwandte verteilt, aber das war der nächste Albtraum: Es kam zu Misshandlungen, deren Spuren heute noch zu sehen sind. Dass SOS auf die Kinder aufmerksam wurde, hat ihnen das Leben gerettet.

Ein Neuanfang

Syrische Kriegswaisen ziehen in ihr neues Zuhause im SOS-Kinderdorf Saboura.
Einzug im Kinderdorf: Vom Bus aus werfen Muhanad und Nur (vorne rechts) einen ersten aufgeregten Blick auf ihr neues Zuhause.

Zunächst kamen die Geschwiser ins SOS-Übergangsheim – und nun konnten sie auch endlich ihr neues Zuhause im SOS-Kinderdorf Saboura beziehen. Die SOS-Mitarbeiter helfen ihnen dort dabei, die schlimmen Erinnerungen zu verarbeiten. Ganz besonders Tagreed: Sie ist die SOS-Kinderdorf-Mutter der drei und war auch im Übergangsheim schon ihre Betreuerin. Tagreed ist der Mensch zum Festhalten, zum Ausweinen, zum Lachen, zum Lernen und zu allem, was die Nähe eines Menschen nur ausmachen kann. Sie gibt den drei Geschwistern inmitten der anderen Kinder das Gefühl: Ich bin für Euch da.

Endlich ein richtiges Zuhause!

Das neue SOS-Kinderdorf Saboura ist jetzt nach Umbauarbeiten fertig. Im neuen Dorf wird es ruhiger zugehen als im Übergangsheim, wo ein ständiges Kommen und Gehen herrschte. Auch im Übergangsheim hatten Sham, Muhanad und Nur zwar schon einen geregelten Tagesablauf und konnten zur Schule gehen. Doch hier werden sie endlich das Gefühl haben, angekommen zu sein. Sie haben nun ein liebevolles Zuhause, an dem sie zur Ruhe kommen und neuen Lebensmut schöpfen können.

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