Erste Internationale Kinderschutz-Konferenz in Afrika

Als erstes afrikanisches Land war Kenia Gastgeber einer internationalen Konferenz zum Thema Kinderschutz. Die SOS-Kinderdörfer waren nicht nur Mitorganisatoren, sondern haben auch ihre Erfahrungen mit eingebracht.
Die SOS-Kinderdörfer waren Mitveranstalter der ersten Internationalen Kinderschutzkonferenz in Afrika.

Ob die Rechte von Kindern gewahrt werden, zeigt sich nicht auf dem Papier, sondern in der Praxis. Deshalb war es uns so wichtig, bei der Internationalen Kinderschutz-Konferenz, die aktuell in Nairobi, Kenia, stattfand, ganz konkrete Ansätze zu entwickeln, die tatsächlich umgesetzt werden können.

Es war die erste Internationale Konferenz zum Thema Kinderschutz überhaupt mit einem afrikanischen Land als Gastgeber. Umso glücklicher (und auch ein bisschen stolz) war ich, dass die SOS-Kinderdörfer Kenia einer der Hauptveranstalter waren.

Wie können Gemeinschaften Kinder stärken?

Auch die Jugendlichen machten sich für ihre Rechte stark. Sie forderten unter anderem Seminare für Eltern.

Mehr als 400 Teilnehmer tagten an der Daystar University in Nairobi, viele kamen aus afrikanischen Ländern – Südafrika, Äthiopien, Mosambik oder Nigeria – andere aus den USA oder den Philippinen. Drei Tage lang beschäftigten sie sich intensiv mit verschiedenen Fragen des Kinderschutzes, diskutierten, wie starke Gemeinschaften Kinder stärken können, welche negativen Auswirkungen Familienkonflikte auf Kinder haben, welchen besonderen Schutz Kinder in Institutionen, Kinder mit AIDS oder Straßenkinder brauchen.

Auch SOS hat nicht nur die Organisation mitgetragen, sondern darüber hinaus viele Erfahrungen geteilt. Insgesamt waren wir mit zehn Mitarbeitern vertreten und haben unter anderem Vorträge über die SOS-Familienstärkung sowie den Aufbau von Kleinunternehmen zum Schutz der Familien gehalten.

Traditionelle Führer in Veränderungsprozesse einbeziehen

Brian Musyoki (links) sprach im Auftrag der Kinder und Jugendlichen.

Meine Kollegin Catherine Ochung, zuständig für Marketing und Kommunikation, war beeindruckt von der Ernsthaftigkeit und Tiefe, mit der auf der Konferenz diskutiert wurde. Und Annemarie Ojunga, Koordinatorin der SOS-Familienstärkung in Kenia, stellte fest, wie wichtig es ist, dass alle Institutionen zusammenarbeiten. „Dann können wir das Leben der Kinder wirklich verändern!“

Ich persönlich fand besonders den Vortrag des Menschenrechtsanwalts Edmund Ammarkwei Folay aus Ghana interessant. Er ermutigte die Teilnehmer, die traditionellen Führer und Ältesten als Hüter der Kultur in ihre Arbeit mit einzubeziehen. Wenn sie verstünden, warum manche kulturelle Praktiken gegen die Kinderrechte verstoßen und sich für Änderungen einsetzten, sei das oft der Schlüssel zu den Gemeinden.

Jugendiche fordern Seminare für Eltern

Schließlich kamen auch die jungen Menschen selbst zu Wort. Ihr Sprecher Brian Musyoki forderte das Plenum auf, ein verschärftes Bewusstsein für Online-Kriminalität zu entwickeln. Auch im Netz bräuchten Kinder Schutz. Außerdem wünschten sich die Jugendlichen Seminare, in denen Eltern lernen, wie sie respektvoll mit ihren Kindern umgehen. Ich gebe Brian Recht: Im Rahmen der Familienstärkung merken wir immer wieder, wie solche Angebote spürbar Veränderungen hervorbringen können.

Wir alle waren am Ende beseelt und gingen mit viel Inspiration zurück in den Alltag, gestärkt durch das Engagement all der anderen Mitstreiter – gemeinsam für die Rechte der Kinder.