Mauritius: Straßenkinder und Slums im Urlaubsparadies

Endlose weiße Sandstrände, kristallklare türkisgrüne Lagunen. Doch die Inselidylle hat auch eine Schattenseite: Wellblechhütten-Slums im Hinterland. Jeder zehnte Einwohner lebt dort, chancenlos unterhalb der Armutsgrenze. Die bittere Not im Urlaubsparadies Mauritius bekommt kaum ein Tourist je zu sehen.


Rani ist Sozialarbeiterin und gehört zum Familienhilfe-Team der SOS-Kinderdörfer. Sie geht in die Slums, um bedürftigen Familien zu helfen und längst Verlorenen Hoffnung zu geben. Ihre regelmäßigen Besuche führen Rani in provisorische Hütten und enge Räume, in denen sich fünf Kinder ein Bett teilen. Rani kann von schweren Schicksalen berichten, wie etwa von einer alleinerziehenden Mutter mit fünf Kindern, deren Mann einfach verschwand. „Als wir von SOS hier hinkamen, hatte die Familie nichts zu essen, die Kinder hatten keine Milch, es fehlte an allem."

Für die vielen elternlosen Kinder aus den Slums baute SOS in Bambous vor gut zehn Jahren ein weiteres Kinderdorf -- bereits das zweite auf der Insel.

Im SOS-Kinderdorf Bambous wachsen derzeit 120 frühere Straßenkinder auf. Zum ersten Mal erleben diese Kinder, wie es sich anfühlt, ein Zuhause und eine Familie zu haben. Sie alle haben ihre Eltern verloren oder wurden von ihnen verlassen, kämpften schon als Vier -- bis Fünfjährige ums nackte Überleben. So wie Tracy, deren Leben geprägt war durch Alkohol, Drogen und Prostitution.

Ungewöhnliche Hilfe kommt nun von einem berühmten Mann, der selbst aus einem unglaublich reichen aber auch unfassbar armen Land stammt: von Fauja Singh. Mit 101 Jahren ist der gebürtige Inder der älteste Marathonläufer der Welt. Fauja hat sich vorgenommen, für die Kinder auf Mauritius zu laufen und so Spenden zu sammeln.