Kinder auf der Flucht

Zum Weltflüchtlingstag am 20.6.

Wenn Menschen alles zurücklassen, was sie haben - dann herrscht unvorstellbare Not. Sie fliehen vor Krieg und Verfolgung, Dürre und Hunger. Und noch nie waren weltweit so viele Menschen auf der Flucht wie heute. Unter ihnen mehrheitlich Kinder. Sie und ihre Familien brauchen Hilfe, um zu überleben und um wieder Halt finden zu können. Doch wir müssen auch die Ursachen von Flucht und Vertreibung bekämpfen.

Verfolgt, vertrieben, vergessen: Rohingya-Kinder brauchen Hilfe

Eine der vielen Flüchtlingskrisen, die zunehmend in Vergessenheit geraten: Die Rohingyas werden seit langem aufgrund ihres muslimischen Glaubens in ihrem buddhistisch geprägten Heimatland Myanmar diskriminiert und verfolgt. Im August 2017 eskalierte die Gewalt. Die Dörfer der Rohingyas wurden niedergebrannt, ihre Heiligtümer zerstört, Frauen vergewaltigt, selbst Kinder ermordet. Über 10.000 Menschen wurden getötet, so die UN, mehr als 720.000  Rohingyas gelang die Flucht ins Nachbarland Bangladesch. Dort sind sie in riesigen Flüchtlingslagern im Grenzgebiet gestrandet. Doch die Zustände in den überfüllten Camps sind menschenunwürdig, es fehlt an sanitären Einrichtungen oder Feuerholz. Die Rohingyas sind in Bangladesch nur geduldet und sollen so bald wie möglich wieder in ihre Heimat zurückkehren. Integriert wird niemand, Hunderttausende Flüchtlingskinder dürfen nicht zur Schule gehen. Doch ohne Zugang zu Bildung gibt es für sie kaum eine menschenwürdige Zukunft.

Die SOS-Kinderdörfer leisten Nothilfe für Rohingya-Kinder in den Flüchtlingslagern. SOS-Mitarbeiter betreuen Mädchen und Jungen psychologisch und organisieren Notunterricht.

Rohingya-Kinder in Bangladesch

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Kolumbien, Syrien, Nigeria: Kindern Halt geben und Familien stärken

 

Jeder zweite Flüchtling weltweit ist ein Kind

Ein trauriger Rekord: Die weltweite Zahl der Binnenflüchtlinge, die meist aufgrund von anhaltenden bewaffneten Konflikten innerhalb ihres Landes auf der Flucht sind, ist 2018 auf 41,3 Millionen angestiegen. Doch auch die Summe der Flüchtenden, die aus ihrem Heimatland flohen, ist im vergangenen Jahrzehnt kontinuierlich gewachsen – zuletzt waren es über 25 Millionen. Und Kinder machen mehr als die Hälfte der Flüchtlinge weltweit aus. Besonders gefährdet sind unbegleitete Minderjährige, die ohne ihre Familien auf der Flucht sind. 2017 waren es bereits 173.800 weltweit – Tendenz steigend.

Flüchtlingskinder im Irak. Foto: Ari Jalal
Flüchtlingskinder im Irak. Foto: Ari Jalal

Gefahren für Kinder auf der Flucht

  • Gewalt und Missbrauch
  • Ausbeutung und Kinderhandel
  • Trennung von der Familie
  • Obdachlosigkeit
  • Mangelernährung
  • Unzureichende Gesundheitsversorgung
  • Kein Zugang zu Bildung

Terror und Krieg

Die meisten Menschen flüchten weltweit vor Gewalt, Terror und Krieg. Syrien ist nach wie vor das traurige Paradebeispiel: 6,5 Millionen sind ins Ausland geflohen, und genauso viele verharren noch immer in dem teils komplett zerstörten Land. In der Hoffnung, zerbombte Städte wie Aleppo eines Tages wieder aufbauen zu können. 

Dürren und Hunger

Aufgrund des Klimawandels beginnen sich Naturkatastrophen wie Dürren zu häufen. Vor allem in Afrika müssen die Menschen deshalb hungern. So ist in Somalia der Regen erneut ausgeblieben – zwei Millionen Menschen sind nach UN-Angaben aktuell vom Hungertod bedroht.
Wenn keine Nahrung mehr vorhanden ist, weil die Ernte auf den Feldern vertrocknet und das Vieh verendet, dann begeben diejenigen sich auf eine Reise ins Ungewisse, die noch stark genug sind. Gerade für kleine Kinder aber kommt oft jede Hilfe zu spät.

Kinder in Afrika

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Jedes Kind hat das Recht auf Menschlichkeit

Die UN-Kinderrechtskonvention. Das Genfer Abkommen. Die Flüchtlingskonvention von 1951. Sie alle setzen Kinder unter Schutz, sichern ihnen Rechte zu. Rechte, die es durchzusetzen gilt für die Schwächsten unserer Gesellschaft. Denn sie sind es, die am meisten unter Flucht und Vertreibung zu leiden haben. Dabei hat jedes Kind das Recht auf Schutz, auf Fürsorge und Bildung. Die SOS-Kinderdörfer setzen sich für diese Rechte ein.
Kinder in Sicherheit zu wissen ist erst der Anfang. Denn es bedarf einer gemeinsamen, einer übergeordneten Anstrengung, den vertriebenen Menschen auf dieser Welt die Hoffnung auf ein normales Leben zu geben und die Fluchtursachen weltweit zu bekämpfen. SOS ist sich dieser Verantwortung bewusst und nimmt die Herausforderung an, Familien und Kindern den Weg in eine sichere Zukunft zu ebnen.