Ich glaube an Veränderung!

Wie ein SOS-Jugendlicher seine Gesellschaft verändern will

Für Milan Todorovic, 21, ist die Welt nicht perfekt. Aber er wollte sie lieber verändern anstatt darüber zu jammern. Der junge Mann, der im SOS-Kinderdorf Sarajevo aufgewachsen ist, hat eine Jugendorganisation gegründet.
Das ehemalige SOS-Kind Milan hat mit seiner Organisation "Nautilus" schon fünf soziale Projekte umgesetzt. Foto: Katharina Ebel
 

Das Leben ist nicht fair? Die Gesellschaft ist nicht die, in der du leben willst? Du kannst sie ändern!

Als ich drei Jahre alt war, haben meine Eltern mich verlassen. Im SOS-Kinderdorf Sarajevo fand ich ein neues Zuhause. Anfangs weinte ich, versuchte wegzurennen, ich wollte zurück in meine alte Welt. Meine Kinderdorf-Mutter Amira half mir, meine Ängste und Traurigkeit zu überwinden. Ihre bedingungslose Liebe veränderte mich: Ich wurde ein fröhliches Kind. Einer der schönste Moment jedes Tages war es, wenn meine Mutter mich am Abend in den Arm nahm.

So lebte ich mein Leben: Ich hatte Freunde, fühlte mich aufgehoben, in der Schule wurde ich nach und nach besser, bald machte ich eine Ausbildung zum Koch und begann anschließend, Wirtschaft zu studieren. Meine Mutter war und ist immer an meiner Seite.

Der Wille zur Veränderung

Ich war voller Pläne, voller Ideen, und es verstörte mich regelrecht, dass  andere junge Menschen nicht so dachten: Viele setzen sich für nichts ein, hatten keine Visionen. Ich war frustriert.

So gründete ich die Jugendorganisation "Nautilus". Ich hatte in meinem Leben erfahren, wie stark eine Gemeinschaft sein kann. Und dass es möglich ist, Ziele umzusetzen. Schnell fand ich Mitstreiter. Als Bosnier hatten wir eine aufgewühlte Vergangenheit und so wollten wir als erstes herausfinden, wer wir eigentlich waren.
Wir  begannen damit, uns für die aktive Teilhabe an unseren demokratischen Errungenschaften einzusetzen: Gleichheit, Gedankenfreiheit, freier Fluss an Informationen. Wir wollten unsere Gesellschaft mittragen und weiterentwickeln.

Schon fünf Projekte wurden umgesetzt

Bis jetzt haben wir fünf Projekte umgesetzt. Eines unterstützt die Versöhnung zwischen den Völkern, ein anderes zeigt jungen Menschen Möglichkeiten auf, soziale Verantwortung zu übernehmen. Ein drittes Projekt richtet sich an Kinder und Jugendliche, die in Pflege aufgewachsen sind. Wir klären sie über ihre Rechte auf und geben Unterstützung bei Diskriminierung.

"Auch du kannst etwas bewirken!"

Ich bin zuversichtlich, dass wir zu einer wichtigen Stimme in Bosnien und Herzegowina  werden können. Ich glaube an Veränderung, ich glaube an Engagement. Auch du kannst etwas bewirken! Keine weiteren Ratschläge. Die einzige Botschaft, die ich habe, bin ich selbst.