Corona-Pandemie in Indien und Nepal: Wie wir helfen

Verzweifelte Familien, Tote auf den Straßen – Die Bilder aus dem Frühjahr sind schwer zu vergessen. Die zweite Welle der Corona-Pandemie hat Indien und Nepal hart getroffen. Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Menschen, die besonders betroffen sind.

Indien: Ein neues Zuhause für Corona-Waisen

Im vergangenen Jahr betreuten Mitarbeiter:innen der SOS-Kinderdörfer in Indien 21 Kinder, deren Eltern in der Corona-Pandemie gestorben waren. 18 von ihnen konnten im Lauf der Zeit bei Verwandten untergebracht werden, drei blieben im SOS-Kinderdorf. Die staatlichen Sozialbehörden Indiens brachten in der zweiten Welle bisher 55 Kinder in die Obhut der SOS-Kinderdörfer.

"Wir werden uns um die Waisenkinder der Pandemie kümmern."

Shekhar Malakar, stellv. Direktor des SOS-Kinderdorfes Khajuri Kalan, Bhopal
Sonia verlor ihre Eltern an das Coronavirus. Im SOS-Kinderdorf hat sie ein neues Zuhause gefunden.

Sonia ist eines von jenen Kindern, die die Pandemie allein zurückgelassen hat. Das kleine Mädchen wurde an einer Ampel in der indischen Millionenstadt Faridabad gefunden, an der sie neben dem leblosen Körper ihrer Mutter saß. Die Mutter war an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben, genauso wie Sonias Vater erst einige Tage zuvor. Aus Angst vor Ansteckung wollte niemand dem kleinen Mädchen helfen. Es dauerte lange, bis Sonia von der lokalen Verwaltung in Obhut genommen und nach mehreren Corona-Tests einfach vor dem Eingang des SOS-Kinderdorfs Greenfields stehengelassen wurde.

Dort nahm man sie sofort auf und Sonia lernte bereits am nächsten Tag ihr neues Zuhause kennen. Schon bald stellte sich heraus, dass das Mädchen selbst die einfachsten Dinge des alltäglichen Lebens nie gelernt hatte. Mit viel Liebe und Geduld brachte ihre SOS-Kinderdorfmutter ihr bei, wie man sich die Zähne putzt, wie man sich wäscht und wie man eine Toilette benutzt. Als Sonia nach ihrer Vergangenheit gefragt wurde, erzählte sie nach und nach schreckliche Geschichten über häusliche Gewalt und Drogenmissbrauch, die zuvor ihren Alltag bestimmt hatten.

So helfen die SOS-Kinderdörfer während der zweiten Corona-Welle in Indien:

  • Mitarbeiter:innen der SOS-Kinderdörfer in Indien kümmern sich um Kinder, deren Eltern corona-positiv sind und sich in Behandlung befinden. Sie kommen kurzfristig in den Programmen der SOS-Kinderdörfer unter, bis ihre Eltern wieder gesund sind.
  • Wir unterstützen mit den Spendeneinnahmen in Not geratene Familien durch Gemeindeküchen. So konnten wir bereits mindestens 72 Menschen in Latur helfen, 57 in Bangalore und 110 in Bawana.
  • Wir versorgen die Familien mit Hygieneartikeln und Masken und leisten psychologische Hilfe.
  • Wir fahren Menschen kostenlos ins Krankenhaus, sei es für Covid-19 Behandlungen oder zum Impfen.

Nepal: Familien kämpfen ums Überleben

Auch in Nepal wütet die zweite Welle der Pandemie. Die Gesundheit und das Wohlergehen der Kinder, Jugendlichen, Betreuenden und Mitarbeitenden sowie der Familien aus unseren Familienstärkungsprogrammen haben für die SOS-Kinderdörfer höchste Priorität. Bereits einen Monat vor dem offiziellen Lockdown hatten wir den Zugang zu unseren Kinderdörfern stark eingeschränkt.

Besonders die Lage der von uns betreuten Familien, aber auch vieler Ehemaliger aus den SOS-Kinderdörfern, bereitet uns große Sorge. Ishwori Prasad Sharma, Nationaler Direktor der SOS-Kinderdörfer in Nepal, schildert uns die dramatische Situation: "Der Verlust ihrer Lebensgrundlage hat das Leben der ehemaligen Betreuten und vieler Familien in der Gemeinde vor nie dagewesene Herausforderungen gestellt. Derzeit erhalten einige Care Leaver Unterstützung, aber immer mehr wenden sich an uns, um Hilfe zu erhalten. Ebenso schaffen es viele Familien aus den Familienstärkungsprogrammen, die als Tagelöhner arbeiteten, kaum, ihre Kinder und Familienmitglieder zu ernähren."

So helfen wir mit Ihrer Unterstützung diesen Menschen in Nepal:

  • Wir verteilen Masken, Desinfektionsmittel und Lebensmittelpakete an gefährdete Familien.
  • Wir haben eine Kinderschutz-Hotline eingerichtet.
  • In ambulante Krankenstationen versorgen wir Familien und Kinder.
  • Familien erhalten Ziegen, um ihre Selbstversorgung zu sichern.
Samjhana aus Nepal konnte sich und ihre Tochter durch den Straßenverkauf selbst versorgen. Dann kam Corona und sie muss nun wieder bei null anfangen.

Auch die 38-jährige Samjhana gehört zu den von uns unterstützten Familien in Nepal: Nachdem ihr Mann an Gelbfieber gestorben war, war die Mutter komplett auf sich allein gestellt. Sie hatte Angst, dass sie und ihre Tochter verhungern würden. Verzweifelt wandte sie sich an das Familienstärkungsprogramm der SOS-Kinderdörfer, das sofort die Schulkosten für ihre Tochter übernahm. Mithilfe eines kleinen Startkapitals konnte Samijhana einen Wagen anschaffen, in dem sie Chatpate – einen scharfen und knusprigen Puffreis – verkaufte.

Doch dann kam im Frühjahr 2021 der nächste Rückschlag für Samijhana und ihr kleines Unternehmen: "Ich habe davon geträumt, unabhängig zu werden und meiner Tochter ein besseres Leben zu schenken. Die zweite Welle des Coronavirus hat diesen Traum vorerst zerschlagen." Die Kolleg:innen der SOS-Kinderdörfer unterstützen Samijhana und ihre kleine Familie weiterhin – besonders in schwierigen Zeiten lassen wir sie nicht alleine.

Danke, dass Sie Menschen wie Sonia aus Indien und Samjhana aus Nepal zur Seite stehen!

 

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