Eine lange und gute Freundschaft

Armelle und Nazir Doughan unterstützen die Arbeit der Kinderdörfer schon seit fast drei Jahrzehnten. Mit ihrem ehemaligen Patenkind André verbindet die Düsseldorfer Familie bis heute eine Freundschaft. Zu seiner Hochzeit wünschte sich André seinen Paten Nazir als Trauzeugen.
Eine tiefe Bindung: Das ehemalige Kinderdorfkind André bat seinen SOS-Paten Nazir, sein Trauzeuge zu werden. 

André war sieben Jahre alt, als ihn seine Paten im SOS-Kinderdorf Sfarai im Libanon das erste Mal besuchten. "Es ist wirklich erstaunlich, wie genau er sich noch heute an diesen Tag erinnert. Er weiß sogar noch, was wir gegessen haben", erzählt Armelle Doughan. Auf den ersten Besuch im Jahr 1992 folgten noch viele weitere. Nazir Doughan ist Libanese und reiste immer wieder in sein Heimatland, um seine Familie zu besuchen. Auch als André bereits in der SOS-Jugendeinrichtung lebte und seinen Friseurberuf erlernte, trafen sich die beiden regelmäßig. Nachdem André mit 18 Jahren die SOS-Einrichtung verließ und die Patenschaft endete, brach leider auch der Kontakt ab.

SOS-Pate wird Trauzeuge

SOS-Paten bei der Hochzeit ihres ehemaligen Patenkindes.
SOS-Paten Nazir und Armelle bei der Hochzeit ihres Patenkindes.

Umso größer war die Freude, als sich André gut zehn Jahre später über Facebook bei seiner ehemaligen Patenfamilie meldete. In der Zwischenzeit war in seinem Leben einiges passiert: Er war nach Göteborg gezogen und hatte dort einen heute sehr erfolgreichen Friseursalon eröffnet. Außerdem stand die Heirat mit Tala, seiner zukünftigen jordanischen Frau, kurz bevor. Als André im ersten Telefonat mit den Doughans fragte, ob Nazir sein Trauzeuge werden möchte, hat dieser nicht einen Moment gezögert. "Wir haben direkt einen Flug nach Schweden gebucht", erzählt Armelle Doughan. An das Wiedersehen am Flughafen erinnert sie sich noch genau: "Es war, als hätten wir uns nie getrennt." Heute telefonieren sie mindestens einmal die Woche.

Armelle Doughan beschreibt André als einen außergewöhnlichen Menschen. "Er hat großes Vertrauen ins Leben", sagt die 57-Jährige und ergänzt "Im Kinderdorf hat er sich sehr geborgen gefühlt. Heute ist André froh über die Möglichkeiten, die sich für ihn durch das SOS-Kinderdorf eröffnet haben."

André zeigte seinen ehemaligen Paten bei ihrem Besuch in Schweden die Stadt Göteburg.

Für Familie Doughan war es immer selbstverständlich sich für andere einzusetzen. Auf die Arbeit der SOS-Kinderdörfer wurden sie über einen Prospekt im Wartezimmer eines Kinderarztes aufmerksam. Als sich die Familie daraufhin entschloss, ihre erste Patenschaft zu übernehmen, war das Paar noch am Anfang der beruflichen Karriere. "Eigentlich war der Monat damals in finanzieller Hinsicht bei uns schon immer am 26. beendet", erinnert sich die gebürtige Französin. "Aber gegenüber vielen anderen Menschen ging und geht es uns einfach sehr gut. Unseren beiden Töchtern musste es nie an etwas fehlen."

Ende des Monats wird Familie Doughan wieder nach Schweden fliegen. Denn neben der Hochzeit gibt es jetzt noch ein weiteres freudiges Ereignis zu feiern: Die Geburt von Andrés und Talias Tochter Emelie.