Schüler des BRG Wörgl helfen Liberia

Die Schüler und Lehrer des Bundesrealgymnasiums Wörgl haben einen Benefizlauf zugunsten der SOS-Kinderdörfer in Liberia auf die Beine gestellt. Mehr als 600 Kinder waren mit vollem Einsatz dabei.
Am Start: Die Schüler des BRG Wörgl laufen zugunsten der SOS-Kinderdörfer in Liberia.

Genau genommen hat der Benefizlauf der Schüler des Bundesrealgymnasiums (BRG) Wörgl seinen Ursprung in der Lektüre des Buchs "Blutsbrüder". Der autobiografische Text stammt von Michael Jentzsch. Es erzählt von Michael und Ben - zwei Freunde, die durch den Bürgerkrieg in Liberia getrennt wurden und erst Jahre später wieder zueinander fanden. Den Deutschlehrer Hubert Opitz begeisterte das Buch so, dass er es zwei seiner Klassen zur Lektüre gab. Auch die Schülerinnen und Schüler waren von der Geschichte ergriffen. Später lernten sie den Autor sogar persönlich kennen, da Michael Jentzsch die Schule für einen Vortrag besuchte.

Vom Buch zu SOS

Vor dem Lauf: SOS-Mitarbeiterin Jeanne Mukaruhogo besucht das BRG Wörgl und erzählt von Afrika und Liberia.
 

Über das Buch wurde Hubert Opitz auch auf die Arbeit der SOS-Kinderdörfer in Liberia aufmerksam, die dort unter anderem eine Hermann-Gmeiner-Schule für mehr als 400 Kinder und Jugendlichen betreiben. Nach ein bisschen Recherche auf der Kinderdörfer-Website erfuhr er, dass schon einige Schulen in Deutschland die SOS-Arbeit über Spendenläufe unterstützt haben. "Das konnte ich mir für unsere Schule auch sehr gut vorstellen", erinnert sich der Deutsch- und Sportlehrer. Sowohl bei der Schulleitung als auch im Kollegium wurde sein Vorschlag von Anfang an konstruktiv unterstützt: Ein Lauf, bei dem sich die Schülerinnen und Schüler ihre gelaufenen Kilometer von Verwandten und Bekannten mit einem frei wählbaren Betrag versilbern lassen.

Genau wissen, wofür man läuft

SOS sagt Danke! Die Schüler des BCG Wörgl und Lehrer Hubert Opitz übergeben den Spendenscheck an SOS-Mitarbeiterin Jeanne Mukaruhogo.
 

Dem Lehrerteam war es wichtig, die Kinder bestmöglich über das Spendenprojekt und dessen Zweck zu informieren. So baute Hubert Opitz den Kontakt zu Jeanne Mukaruhogo, der Afrika-Beauftragten der SOS-Kinderdörfer weltweit, auf. Diese besuchte noch vor dem eigentlichen Lauf die Schule und hielt dort einen anregenden Vortrag über Afrika und Liberia sowie über die Arbeit der SOS-Kinderdörfer vor Ort. So wussten Kinder und Lehrer genau, wofür sie sich mit ihrem Engagement einsetzen.

Am Tag des Laufs gaben die Schülerinnen und Schüler tatsächlich alles. In 45 Minuten versuchten sie möglichst viele Kilometer zu laufen. Mehr als 600 Kinder beteiligten sich mit riesigem Einsatz, der sich auch direkt im Spendenergebnis niederschlug. "Und Spaß gemacht hat es den Kindern obendrein", freut sich Hubert Opitz.

Schule ist mehr

Das Engagement seiner Schule sieht Hubert Opitz auch als wichtigen Beitrag zur aktuellen Flüchtlingsthematik. "Wir fördern damit die Lebensbedingungen in den Herkunftsländern. Im besten Fall können die Menschen so in ihrer Heimat bleiben und sind nicht zur Flucht gezwungen", erklärt der 63-Jährige.

Nach dem überwältigen Erfolg des Spendenprojekts ist nun auch schon ein weiterer Lauf für 2017 geplant. Hubert Opitz würde sich sogar wünschen, dass solche Projekte in Zukunft zu einer Art Gewohnheit werden. Denn für den Lehrer hat Schule nicht nur den bloßen Zweck Wissen zu vermitteln. Vielmehr sieht er seine Aufgabe als Pädagoge auch darin die soziale Ebene zu fördern. Projekte wie der Spendenlauf seien dazu eine gute Möglichkeit.