Dascha findet ins Leben zurück

Eine Tragöde hatte das Leben des Mädchens zerrissen. Mit Hilfe von SOS kann die Familie nun wieder nach vorne blicken.

Dascha spricht nicht viel. Aber sie lacht wieder und hat eine innige Beziehung zu ihrer Mutter aufgebaut. Sie liebt ihre Katze Tina und beginnt auch langsam, sich ihrer siebenjährigen Schwester anzunähern. Das sind riesige Fortschritte in dem einen Jahr, seit das SOS-Team auf Dascha aufmerksam wurde.

Das Zuhause von Dascha ist baufällig. Die Familie hat keinen Kühlschrank, kein fließendes Wasser. Foto: Katerina Ilievska

Dascha lebt in der Ostukraine, einem Kriegsgebiet. Das baufällige alte Haus, in dem ihre Familie wohnt, besitzt kein fließendes Wasser, keinen Kühlschrank und die Toilette ist im Hof. Und doch waren es weder der Krieg noch die Armut, die Daschas Welt aus den Angeln gehoben hatten: Bei einer Familientragödie starben eine ihrer beiden Schwestern und ihre Großmutter; ein naher Verwandter sitzt deswegen im Gefängnis. Von einem Tag auf den anderen hatte Dascha drei geliebte Menschen verloren. Und hörte auf zu sprechen.

Leben im Ausnahmezustand

Die Menschen in Daschas Heimat leben seit Anfang 2014 im Ausnahmezustand, denn so lange dauert der bewaffnete Konflikt rund um die Provinzhauptstadt Lugansk schon an. Angst und Unsicherheit werden von den Eltern auf die Kinder übertragen. Umso wichtiger ist es, den Familien vor Ort beizustehen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SOS-Sozialzentrums Stanyzia Luhanska betreuen rund 800 Kinder und ihre Angehörigen.

„Angstzustände, Verhaltensauffälligkeiten und Sprachstörungen sind die häufigsten Krankheitsbilder, die wir bei Kindern sehen“, erzählt SOS-Psychologin Irina Medvedeva. Doch es macht auch immer wieder Hoffnung, wenn Kinder sich langsam erholen und ihre Fortschritte deutlich sichtbar werden.

Viele kleine Fortschritte

Das Therapieprogramm für Dascha und ihre Familie ist umfassend: Anfangs wurden Mutter und Töchter erst einmal mit Nahrungsmitteln versorgt, da alle drei unterernährt waren. Doch weitaus schlimmer waren die seelischen Verletzungen. In vielen Therapiesitzungen lernten die Schwestern einander und ihrer Mutter wieder zu vertrauen. Sie begannen zu sprechen und sich für andere Kinder zu interessieren. Heute können Dascha und ihre Schwester endlich gemeinsam spielen, Dascha besucht einen Kindergarten und findet auch dort langsam Freunde.

 

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Um einem Kind zu helfen, braucht es oft viele kleine Schritte. Mit einer regelmäßigen Spende helfen Sie Kindern und Familien in Not - langfristig.

 

Dascha hat noch einen langen Weg vor sich, aber sie nimmt jetzt wieder Anteil am Leben und freut sich riesig auf Weihnachten! Ihr größter Wunsch ist ein Tretroller für sich und ihre Schwester, außerdem Bunt- und Filzstifte und Knetmasse. Und dass ihre Mutter und ihre Schwester immer lachen und glücklich sind.

Lichtblick für Familien in Not

Ein Ort, an dem sich Kinder wohlfühlen. Das SOS-Sozialzentrum Stanyzia Luhanska bietet Spiel- und Therapieangebote für Kinder und Familien. Foto: Katerina Ilievska

Die Angebote des SOS-Sozialzentrums Stanyzia Luhanska sind für viele Familien ein Lichtblick. Die Armut in der Region ist groß und viele der Eltern finden keine Arbeit und sind auf Lebensmittel- und Sachspenden angewiesen. Stundenlange Wege zum nächsten Arzt gehören zum Alltag.

Da es in der Region so gut wie keine Angebote für Kinder mehr gibt, geben die Aktivitäten des SOS-Zentrums den Kindern Struktur und die Möglichkeit zum lernen, spielen und Neues auszuprobieren. Mit psychologischer Hilfe können Kinder und ihre Eltern traumatische Erlebnisse durch Flucht, Bombadierungen und Verlust aufarbeiten. 

"Ich gehe gemeinsam mit Dascha in die Therapiesitzungen im SOS-Sozialzentrum. So lerne auch ich, wie ich mit Dascha zu Hause das Sprechen üben kann. Wir machen das alle gemeinsam", erzählt Daschas Mutter.

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