Hungerkrise in Äthiopien

Seit Ende 2020 herrscht Krieg in Äthiopien. Die Eskalation des Konfliktes zwischen den Truppen der Regionalregierung von Tigray und der Zentralregierung hat auf weite Teile des Landes übergegriffen. In der Region Tigray explodierten die Preise, das Bankensystem brach zusammen. Was mit Hilfstransporten der Vereinten Nationen ab und zu durchkommt, reicht nicht aus.

Vielerorts herrschen Unterernährung und Hunger, denn die extreme Dürre und die Heuschreckenplage 2021 führten zu massiven Ernteausfällen. Nicht funktionierende Märkte und hohe Lebensmittelpreise verschärfen die dramatische Situation zunehmend.

In seiner jüngsten Analyse globaler Nahrungsmittelkrisen geht das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (World Food Programme, WFP) davon aus, dass Äthiopien durch das Zusammenwirken von eskalierender Gewalt, anhaltender Dürre und makroökonomischer Instabilität eine der schwersten Ernährungskrisen der Welt bevorsteht.

 

Herausforderungen im Land

  • Äthiopiens Wirtschaft steckt in der Krise: Galoppierende Inflation, Rückgang der Exporte, niedrige Währungsreserven bei hoher Staatsverschuldung und hohe Militärausgaben.
  • Wiederkehrende Dürren führen zu chronischer Mangelernährung, etwa jedes dritte Kind ist deshalb für sein Alter zu klein.
  • Viele Kinder können nicht in die Schule gehen, sondern müssen arbeiten. Gerade einmal 54 Prozent der Kinder schaffen es bis zur achten Klasse.
  • Die sozialen und ökonomischen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind deutlich zu spüren. Im Zusammenhang mit COVID-19 gab es bislang rund 471.000 Infizierte und 7.500 Tote. Allerdings gibt es in Äthiopien kein Sterberegister, sodass die Zahlen auf Schätzungen beruhen.

Hilfe zur Selbsthilfe

An acht Standorten unterstützen die SOS-Kinderdörfer in Äthiopien durch insgesamt 27 Familienstärkungsprogramme rund 30.000 Menschen. Wir fördern Familien in Not, damit sie nicht zerbrechen und sich aus eigener Kraft versorgen können.

Ein Großteil der Familien in unseren Programmen lebt von der Landwirtschaft. Wir verteilen Lebensmittel, Saatgut, Ziegen und Schafe an Familien, die über Farmland verfügen. In anderen Fällen sind Starthilfen zur Existenzgründung, zum Beispiel in Form von Mikrokrediten, die beste Hilfe zur Selbsthilfe. Damit können Werkzeuge oder Nutztiere gekauft werden. Die SOS-Kinderdörfer stärken so die Ernährungssicherheit und Lebensgrundlagen von Familien und ihrer Gemeinden.

 

Spenden für hungernde Kinder

Helfen Sie hungernden Kindern und Familien: Unterstützen Sie Projekte der SOS-Kinderdörfer im Kampf gegen den Hunger in Ostafrika. Jede Spende hilft!

 

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