Zusammenarbeit mit der Boston Consulting Group (BCG)

Social Impact Assessment und Wirksamkeitsstudie zur Programmarbeit der SOS-Kinderdörfer

Was bewirkt die Arbeit der SOS-Kinderdörfer? In Zusammenarbeit mit der Boston Consulting Group (BCG), eine der weltweit führenden strategischen Unternehmensberatungen, haben wir ein Social Impact Assessment entwickelt.

 

Das Ergebnis ist eine empirische Wirksamkeitsstudie, mit der die SOS-Kinderdörfer den sozialen und wirtschaftlichen Nutzen ihrer Arbeit messen können. BCG hat uns bei Methodik und Konzeption sowie bei der Veranschaulichung pro bono beraten, um die Wirkung unserer Arbeit für unsere Spenderinnen und Spender und in unserer Öffentlichkeitsarbeit zu dokumentieren und vor allem unsere Arbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Methodik und Quellen unserer Wirksamkeitsstudie

  • Für die Evaluierung haben wir 8 Indikatoren des Wohlergehens des Einzelnen definiert: stabiles familiäres Umfeld, Versorgung mit Lebensmitteln, sichere Unterkunft, körperliche Gesundheit, Bildung und Ausbildung, Einkommen, Schutz und soziale Inklusion, soziales und emotionales Wohlbefinden. Die Befragten bewerten ihre Situation für jeden Indikator auf einer Skala von 1 bis 4, wobei Bewertungen von 1 bis 2 für „es geht mir gut“ und von 3 bis 4 für „es geht mir nicht gut“ stehen.
  • Wir befragen junge Menschen, die wir durch unsere Programme betreut und unterstützt haben. Dabei evaluieren wir die beiden Schwerpunkte unserer weltweiten Arbeit: zum einen die familiennahe Betreuung von Kindern ohne elterliche Fürsorge bzw. die Betreuung in SOS-Kinderdorf-Familien; zum andern die Stärkung von Familien, die akut vom Zerbrechen bedroht sind. Alle Befragten müssen seit mindestens zwei Jahren aus den Programmen ausgeschieden sein. Dabei handelt es sich um junge Erwachsene, die nun ein selbständiges Leben führen und häufig bereits eigene Familien gegründet haben, oder auch um Kinder und Jugendliche, die noch bei ihren Eltern oder anderen Erziehungsberechtigten leben und die zuvor durch die Familienstärkung der SOS-Kindedörfer begleitet wurden.
  • Für die Pilotstudie haben wir 1090 jungen Menschen 15 Ländern befragt (Familienstärkung: 600 Befragte, familiennahen Betreuung/SOS-Kinderdorf: 490 Befragte).
  • Außerdem fanden die Ergebnisse einer weiteren Studie der SOS-Kinderdörfer („Tracking Footprints“) Berücksichtigung, bei der 2.360 ehemalige Teilnehmer aus 25 Ländern interviewt und ihre Antworten analysiert wurden.
  • Die Interviews wurden von unabhängigen Forschern geführt, sowohl in Einzel- als auch in Schwerpunktgruppengesprächen. Die Interviews sind teilstandardisiert, das heißt ein Teil der Fragen sind vorgegeben, darüber hinaus gibt es aber auch Raum für offen Fragen und eigene Antwortmöglichkeiten oder Feedback der Befragten.
  • Um die Wirkung auf die Gemeinde zu bewerten, wurden weitere Indikatoren definiert: Sensibilisierung zentraler Akteure und Interessensvertreter, lokale Unterstützungssysteme, Zukunftsfähigkeit/Nachhaltigkeit, Bedarf an familiennaher Betreuung, Nutzen für die nächste Generation sowie Spenden und ehrenamtliches Engagement.
  • Die Ergebnisse der Befragung werden mit vergleichbaren externen Daten in Relation gesetzt, wie z.B. den Durchschnittseinkommen vor Ort.
  • Wir führen unsere Wirksamkeitsstudie fort, um unsere Arbeit kontinuierlich zu überprüfen.

Sozialrendite

  • Die langfristige Wirksamkeit unserer Arbeit können wir somit finanziell messen und eine Sozialrendite (Social Return on Investment – SROI) berechnen. Dabei handelt es sich um eine Kosten-Nutzen-Analyse. Ein Schlüsselfaktor für den sozialen und wirtschaftlichen Nutzen ist hier die Erhöhung des tatsächlichen und voraussichtlichen Einkommens der Befragten oder ihrer Erziehungsberechtigten infolge ihrer Programmteilnahme. Diese neu geschaffenen und verbesserten Einkommen wirken sich positiv auf die Wirtschaft vor Ort aus. Auch verringern sich in den Gemeinden, in den wir tätig sind, die Kosten für alternative Familienbetreuung oder Sozialleistungen. Dieser Nutzen wird den Programmkosten gegenübergesellt, wie z.B. Betreuungskosten oder Gehälter unserer Mitarbeiter:innen.
  • Die Ergebnisse belegen eine bemerkenswerte ökonomische Wirkung: Für jeden Euro, den wir in Programme der SOS-Kinderdörfer investieren, entsteht in der Gesellschaft vor Ort sozialer Nutzen im Wert von 5 Euro. In Afrika liegt der Mehrwert für jeden gespendeten Euro sogar bei 1:14. Das liegt an der oft extremen Armut, die wir als Ausgangslange vorfinden.

Hier erfahren Sie mehr zur Wirkung der Arbeit der SOS-Kinderdörfer.

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