Bei Reggaeton beginnt Dominic zu tanzen

Inklusion im SOS-Kinderdorf in San Ignacio

Im SOS-Kinderdorf San Ignacio in Paraguay wird Inklusion gelebt: Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung wohnen hier zusammen – und nehmen aktiv am Leben in der Gemeinde teil. Einer von ihnen ist Dominic (15).

Dominic* lebt im SOS-Kinderdorf in San Ignacio. Am liebsten sitzt er draußen auf der Terrasse auf seinem Sessel mit Blick auf den Sportplatz, um das Geschehen zu beobachten. Er spielt auch gerne mit anderen Kindern auf dem Spielplatz.

Spaß und Freude am Spielplatz. Foto: SOS-Kinderdorf Paraguay

In Paraguay haben es Kinder mit Einschränkungen schwer: Die Infrastruktur des Landes ist kaum auf Menschen mit Behinderungen ausgerichtet. Arme Familien haben keinen Zugang zu einer angemessenen Betreuung ihrer Kinder – und sind daher oft mit der Situation überfordert. 

Das SOS-Kinderdorf in San Ignacio verfolgt daher das Ziel, Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam und gleichgestellt in Familien zu unterstützen und zu begleiten. Rund die Hälfte der jungen Menschen, die dort leben, haben körperliche, geistige und/oder sensorische Einschränkungen. Dominic ist einer von ihnen. 

Vielseitiges Förderprogramm 

Im SOS-Kinderdorf in San Ignacio wird eine Vielfalt an spezifischen Therapien und Gesundheitsmaßnahmen angeboten, um Kinder und Jugendliche mit Einschränkungen bestmöglich zu fördern - und Momente der Gemeinschaft und Lebensfreude zu schaffen.

“Wenn er Reggaeton hört, beginnt Dominic zu tanzen. Obwohl er die Liedtexte nicht aussprechen kann, liebt er es, sie zu summen oder die Töne zu imitieren” 

CAREN, Mutter im SOS-Kinderdorf San Ignacio

Dominic hat eine große Leidenschaft für Tanz und Musik. Um die Bewegungsfreude und Körpergeschicklichkeit anzuregen, werden im SOS-Kinderdorf regelmäßig Sport- und Freizeitaktivitäten, wie z.B. Zumba-Kurse, angeboten, die auch bei Dominic große Begeisterung auslösen: “Er versucht die Schritte nachzumachen oder sitzt einfach nur da, beobachtet und klatscht und lacht begeistert“, berichtet Caren, seine Mutter im SOS-Kinderdorf. 

Zudem gibt es immer wieder Feierlichkeiten in San Ignacio, die alle gemeinsam vorbereiten und zelebrieren. Neben einem Kostümfest und einer Feier zum Tag der Freundschaft werden auch viele Geburtstagspartys gefeiert. An Dominics 15. Geburtstag wurde das Haus mit Motiven von seinem Lieblingshelden Spider-Man geschmückt. An diesem Tag war er selbst ein kleiner Super-Hero. 

Bei Zeichen- und Malworkshops könnten Kinder mit leichten bis mittelschweren Behinderungen ihre Fein- und Grobmotorik, ihre visuell-motorische Koordination und ihre Kreativität frei entfalten. Auch Dominic malt gerne – besonders an Regentagen, wenn er mit verschiedenen Farben Kringel, Kreise und Linien zeichnet. 

Dominic geht regelmäßig in die Beschäftigungstherapie, “Dort ist er mit anderen Kindern zusammen, spielt und macht Übungen auf dem großen Gymnastikball“, berichtet Caren. Das Ziel dabei ist es, nicht nur den Familienverbund zu stärken, sondern durch kleine Aufgaben langfristig ein gewisses Maß an Unabhängigkeit und Verantwortung bei den Kindern und Jugendlichen mit Einschränkungen zu fördern. 

Inklusion in der Gemeinde 

Inklusion wird nicht nur im SOS-Kinderdorf, sondern auch über die Grenze der Einrichtung hinaus gefördert – denn die Mitarbeitenden sensibilisieren auch die  nachbarschaftliche Gemeinde für die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen. 

„Es gibt regelmäßige Workshops zur Integration und Beteiligung von Menschen mit Behinderung“

Alfredo Torales, Leiter des SOS-Kinderdorfes San Ignacio

In den Gemeinden fördern Mitarbeitende des SOS-Kinderdorfs auch viele partizipatorische Aktivitäten, wie gemeinsame Fußballturniere. Im vergangenen Jahr wurde eine gemeinsame Kunstausstellung organisiert, bei der der Bürgermeister der Gemeinde, Botschafter und Botschafterinnen der SOS-Kinderdörfer und Vertretende ortsansässiger Firmen eingeladen waren. 

 

*Namen geändert  

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