Ausnahmezustand in Mazedonien: SOS-Kinderdörfer helfen Flüchtlingen an der Grenze / "Mütter können Babys über Tage nicht wickeln"

27.08.15 Gevgelija / München - 42.000 Flüchtlinge haben nach Angabe des mazedonischen Innenministeriums allein diesen Sommer den Grenzübergang Gevgelija, nur drei Kilometer von der griechischen Grenze, passiert. Lokale Hilfsorganisationen wie die SOS-Kinderdörfer und Legis schätzen, dass das erst die Spitze des Eisbergs ist und die Zahlen der illegalen Einreisen um Zweidrittel höher liegen könnten. Seit Mittwoch kamen tausende Flüchtlinge in die 15 000 Einwohner kleine Stadt. Mazedonien rief den Ausnahmezustand aus.

"Das normale Leben hier steht still. Vor kurzem, bevor die Armee die Grenze schloss, war der Platz hier voll von kleinen Kinder, Familien, Alten und Verletzten. Um die 4000 Menschen, die Hilfe brauchten", berichtet SOS-Mitarbeiterin Katerina Ilievska.

Die Lage der Flüchtlinge ist verzweifelt: "Sie haben nichts. Obwohl Mazedonien seine Hilfe schon auf Mütter und Kinder konzentriert, fehlen besonders Babynahrung und Windeln. Viele Mütter konnten ihre Babys seit Tagen nicht wickeln", so Ilievska.

Die SOS-Kinderdörfer haben bereits die erste Ladung Babynahrung und Windeln über UNHCR verteilen lassen. "Was für einen Monat reichen sollte, war bereits nach ein paar Tagen verbraucht", sagt Katerina Ilievska. "Wir weiten jetzt unsere Nothilfe aus: künftig verteilen wir nicht nur Babynahrung, sondern auch Decken, Windeln, Regenjacken etc. einfach alles, was gebraucht wird. Mit dem Sozialministerium koordinieren wir aktuell die Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ins Kinderdorf."

Unterdessen warten 30.000 weitere Menschen darauf, über die Grenze gelassen zu werden. „Wir können die Rufe der Flüchtlinge am Grenzzaun hören, die darum betteln durchgelassen zu werden. Es ist schrecklich", sagt Ilievska.

Weitere Informationen:
Katharina Ebel
Kommunikation
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-287
E-Mail: katharina.ebel@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

  • Ausnahmezustand in Mazedonien: SOS-Kinderdörfer helfen Flüchtlingen an der Grenze

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