Ukraine-Krise: 200.000 Kinder schwer traumatisiert

Lugansk/München – Immer mehr Kinder geraten im anhaltenden Konflikt im Osten der Ukraine nicht nur körperlich, sondern auch seelisch in Not. Nach Angaben der SOS-Kinderdörfer weltweit benötigen inzwischen 200.000 Kinder in der Ostukraine dringend psychologische Betreuung.

"Der Konflikt fordert nicht nur Tote, sondern zerstört auch Kinderseelen", sagt Andriy Chuprikow, Leiter der SOS-Kinderdörfer in der Ukraine. "Hunderttausende mussten ihr Zuhause verlassen, um vor den andauernden Kämpfen zu fliehen, ihre Häuser sind zerstört, viele von ihnen haben Eltern oder Geschwister verloren."

"Das führt dazu, dass viele Kinder schwer traumatisiert sind“, sagt Chuprikow. Typische Symptome dafür seien Reizbarkeit, Wutausbrüche, Bettnässen, Alpträume und Panikattacken. Dies führe zu Beeinträchtigungen selbst im Erwachsenenalter. "Kriegserlebnisse schädigen nicht nur die Psyche des einzelnen Kindes, sondern zerstören die Gesellschaft als Ganzes auf Generationen hinweg“, warnt Chuprikow. Psychosoziale Betreuung der Kriegskinder ist ein Schwerpunkt der SOS-Kinderdörfer in der Ukraine.

17. Mai 2017

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