Weltkindertag: Kinderarbeit an der Tagesordnung

München - Weltweit müssen zum Weltkindertag über 150 Millionen Kinder arbeiten, statt zur Schule zu gehen. Weitere 40 Millionen Kinder müssen in Bordells und privaten Haushalten in moderner Sklaverei leben. Darauf weisen die SOS-Kinderdörfer weltweit zum Weltkindertag (20.9.) hin.

145 Staaten feiern am 20. September 2019 den Weltkindertag. Einmal im Jahr wird damit auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder und die Wahrung ihrer Rechte aufmerksam gemacht. Doch die Kinderrechte, die vor 30 Jahren in der UN-Kinderrechtskonvention verankert wurden, werden weiterhin weltweit missachtet. „Kinder müssen arbeiten, müssen ohne Familie auf der Straße leben, können nicht zur Schule gehen, werden geschlagen oder sind sexueller Gewalt ausgesetzt“, kritisiert Louay Yassin, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit.

Der UN-Kinderrechtskonvention sind 1989 mehr Staaten beigetreten als allen anderen UN-Konventionen, nämlich alle Mitgliedsstaaten. Einzige Ausnahme: die USA. Washington hatte das Übereinkommen im Jahr 1995 unterzeichnet, seither verweigert der US-Senat jedoch die für eine Ratifizierung nötige Zweidrittelmehrheit. „Diese Rechte werden in praktisch allen Ländern immer noch viel zu wenig geachtet“, erklärt Yassin. „Selbst in Deutschland sind die Kinderrechte immer noch nicht im Grundgesetz verankert“, kritisiert Yassin. Immerhin sehe der Koalitionsvertrag der Großen Koalition die Aufnahme ins Grundgesetz vor, bis Ende 2019 solle ein Vorschlag erarbeitet werden.

Weitere Informationen:

Louay Yassin
Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-259
E-Mail: louay.yassin@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de