Hintergrund: Hungerkatastrophe in Ostafrika

Die schwerste Hungerkatastrophe seit Jahrzehnten

Karte Hunger Ostafrika
Die Nothilfe der SOS-Kinderdörfer im Überblick.
Die Dürrekatastrophe am Horn von Afrika gilt als die schlimmste der vergangenen 60 Jahre und betrifft neben Somalia, Somaliland und Dschibuti auch Kenia und Äthiopien. Experten warnen vor einer weiteren Verschärfung der humanitären Lage. Frühestens im kommenden Jahr sei wieder eine Ernte zu erwarten.

Nach Angaben internationaler Hilfsorganisationen stieg dort in der Bevölkerung der Anteil der Unterernährten seit vergangenem Jahr von 15 auf 37 Prozent. Die bereits seit über zwei Jahren anhaltende Dürre hat in Somalia, Somaliland, Äthiopien, Kenia, Dschibuti und Uganda bereits zu mehreren Ernteausfällen und steigenden Lebensmittelpreisen geführt. Verschärft werden die Probleme außerdem durch den Bürgerkrieg in Somalia. In Ostafrika sind mehr als zwölf Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Somalia: Mehr als 450.000 Kinder akut unternährt

Besonders schwer tifft die Krise die Menschen im südlichen Somalia. Fast die Hälfte aller Somalier, über 3,5 Millionen Menschen, benötigen Nahrungsmittelhilfe. Aktuell leiden 450.000 Kinder an Unterernährung. Täglich sterben Hunderte an den Folgen der Unterernährung.

Etwa 2,6 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Viele der von Unterernährung geschwächten Menschen erkranken an Masern oder Durchfall; besonders schwer betroffen sind Kinder unter 5 Jahren. Die Zahl der Erkrankten steigt stetig – nun droht den Menschen zusätzlich der Ausbruch von Cholera- und Malaria-Epidemien in der bevorstehenden Regenzeit (Oktober - Dezember).