"Wir müssen stark sein - für die Kinder!"

SOS im Nordirak: Schicksale und Helfer

Gesichter hinter dem Hilfsprojekt der SOS-Kinderdörfer im Nordirak: Hier stellen wir zwei jesidische Helfer des SOS-Teams, eine traumatisierte Jugendliche und eine SOS-Mitarbeiterin vor.

Nahida und Sadon sind SOS-Begleiter

Helfer im SOS-Team: Sadon (21) und Nahida (25)

Die beiden Jesiden leben nach der Flucht vor dem IS im Khanke Flüchtlingscamp. Sie sind zwei von 16 lokalen "Begleitern", die SOS ausgebildet hat.

"Unsere Familien hatten Glück. Aber die Kinder hier haben Tod und Gewalt gesehen. In den Trainings reden wir immer von "Wir" statt "Du". Wir sagen den Kindern damit: Wir fühlen mit euch und wir teilen eurer Leid.

Innerlich zerreißen uns ihre Geschichten. Aber den Kindern zeigen wir das nicht. Würden wir auch weinen, fühlten sich die Kinder nicht mehr geborgen. Deswegen sind wir stark. Für sie."

Lamias Heilung setzt langsam ein

"Nicht mehr solche Angst": Lamia (16)

Lamia erlebte mit, wie Menschen verhungerten oder sich vor Verzweiflung auf der Flucht vor dem IS das Leben nahmen.

"Ich habe immer wieder die Flucht durchlebt. Kleinigkeiten wie harmlose Geräusche haben die Bilder heraufbeschworen. Nachdem Sadon und Nahida uns Techniken beigebracht haben, mit denen wir gegen das ständige Wiedererleben ankämpfen können, sind die Bilder nicht komplett weg, aber ich kann sie kontrollieren und sie machen mir nicht mehr solche Angst."

"Sie übt die Techniken mit uns allen zu Hause", berichtet Lamias Mutter. "Das hilft uns allen. Und Lamia ist dadurch viel ruhiger geworden. Fast wie früher."

Katharina Ebel ist SOS-Nothilfe-Koordinatorin

Vor Ort im Nordirak: Katharina Ebel (38)

"Als ich zu Beginn meiner Tätigkeit hier mit einer Familie sprach, die kurz zuvor aus der IS-Gefangenschaft frei gekommen war, wurde mir das Ausmaß der Tragödie erst richtig bewusst.

Die 5-jährige Tochter der Familie kauerte zitternd auf dem Fußboden neben der Oma und war nicht in der Lage, auch nur zu mir aufzuschauen. Sie hatte panische Angst vor Fremden. Da wusste ich, dass Spielen allein nicht ausreichen wird."

 

Kinder im Nordirak

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