Statt Geld bekam ich eine Ausbildung

Eine Frau, acht Kinder und eine großartige Geschäftsidee – die Geschichte von Christine und ihrer Familie

Eine Mutter mit acht Kindern versucht ihre Familie in großer Armut über die Runden zu bringen – das erscheint eine fast unlösbare Aufgabe. Bis Christine die SOS-Familienhilfe kennenlernt und Teil des Programms wird.
Christine hat der Armut getrotzt – nun kann sie ihre Kinder und ihren kranken Mann ausreichend unterstützen. Foto: Till Müllenmeister

In dem kleinen Laden von Christine Uwizeye herrscht ein lebendiges Kommen und Gehen. Die Kunden kaufen Tomaten, Kartoffeln und Streichhölzer und Ladeninhaberin Christine scherzt mit ihren Kindern, als sie auch schon das nächste "Karibu!" – Willkommen – zum Eingang ruft.

Der kleine Laden befindet sich mitten in den Slums von Kigali. Häuser und Hütten stehen eng aneinander und in den Wassergräben dazwischen sammelt sich der Müll. Strom fällt häufiger aus, als dass er da ist. "In diesen Vierteln arbeiten wir vorbeugend mit Familien, um einer Vernachlässigung der Kinder und zu großer Armut vorzubeugen", erklärt der SOS-Programmdirektor Diogene Karega das Familienstärkungsprogramm von SOS.

Noch vor drei Jahren sah das Leben der Familie von Christine anders aus: Sie trug die Last, für ihre zehnköpfige Familie zu sorgen, ganz allein. Ihr Mann ist seit Jahren krank und sie schlug sich mit Tagelöhnerarbeiten durch. Das wenige Geld reichte kaum für Essen und keines der Kinder ging in die Schule. Dank dem Familienstärkungsprogramm von SOS hat sich das geändert.

Heute habe ich gelernt, mit Geld zu wirtschaften

Das Geschäft brummt: Dank der SOS-Familienstärkung konnte Christine einen kleinen Gemüseladen aufbauen. Foto: Till Müllenmeister

"Als ich zu SOS kam, dachte ich Geld zu bekommen, aber ich bekam eine Ausbildung", lacht Christine. "Und das war das Beste, was mir passieren konnte." Sie wurde Mitglied einer Mikrokredit-Gemeinschaft und lernte mit Geld zu wirtschaften. "So konnte ich beginnen, mir über kleine Beträge einen Kredit zu holen, zu investieren, um das Geld später zurückzuzahlen." Sie finanzierte sich einen kleinen Laden, begann die ersten Waren zu kaufen und machte Gewinn. Zudem sparte sie innerhalb von drei Jahren fast 300 Euro und schloss für ihren Mann eine Krankenversicherung ab. Und alle Kinder gehen heute zur Schule.

"Wir stärken die Fähigkeiten der Familien und erarbeiten mit den Eltern, wie sie gute Eltern sein können und wie Schwierigkeiten in der Familie gelöst werden können." Zudem wird den Familien geholfen, finanziell unabhängiger zu werden und ein Einkommen aufzubauen. Christine ist glücklich: "Durch die Ausbildung hat sich unser ganzes Leben verändert." Für ihre Familie eröffnet das SOS-Familienstärkungsprogramm eine Perspektive der Hoffnung.
 

 

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