SOS-Kinderdorf Yamoussoukro

In den vergangenen Jahrzehnten war Côte d’Ivoire von politischer Instabilität betroffen. Dies führte zu einem Mangel an Investitionen im Bereich Gesundheit, Bildung und sozialer Unterstützung. In den letzten Jahren ist die Armutslosenrate angestiegen und der Bedarf an Unterstützung hat in den Gemeinden zugenommen. SOS-Kinderdorf erkannte die Notwendigkeit, in der Hauptstadt Yamoussoukro tätig zu werden.


Der Mangel an Unterstützung hat das Leben der Kinder beeinträchtigt

Geschwister wachsen gemeinsam in Familien auf (Foto: SOS-Archiv.)
Geschwister wachsen gemeinsam in Familien auf (Foto: SOS-Archiv.)

Die Stadt Yamoussoukro ist die viertgrößte Stadt der Republik Côte d‘Ivoire und offizielle Hauptstadt. Sie liegt im Landesinneren, ca. 240 km von Abidjan, der früheren Hauptstadt entfernt, und ist das wichtigste wirtschaftliche Zentrum des Landes.  

Die politische Instabilität des Landes hat zu einem Mangel an Investitionen im Bereich Bildung, Gesundheit und anderen sozialen Programmen geführt, die die Bevölkerung unterstützen. Kinder, die gefährdetsten Mitglieder der Gesellschaft, haben besonders darunter gelitten. Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren ist in diesem Gebiet hoch. Dies ist teilweise auf die Kürzung von medizinischem Personal und Medikamenten zurückzuführen. Darüber hinaus fehlt es vielen Familien (insbesondere in den ländlichen Gebieten) an angemessenem Wohnraum mit Zugang zu sauberem Trinkwasser und geeigneten sanitären Einrichtungen.

Yamoussoukro hat auch eine der niedrigsten Raten in Bezug auf die Bildung von Kindern. Viele Familien können es sich nicht leisten, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Die Anzahl der Mädchen, die eine Schule besuchen ist, ist besonders niedrig, da sie bereits in jungen Jahren Hausarbeiten übernehmen müssen. Viele Mädchen werden jung verheiratet. Laut UNICEF sind 20 % der Mädchen verheiratet und beinahe 30 % bekommen ihr erstes Kind vor dem 18. Lebensjahr.

Kinder brauchen Schutz

Yamoussoukro hat eine hohe Anzahl von Kindern, die die elterliche Betreuung verloren haben oder Gefahr laufen, diese zu verlieren. Viele dieser Kinder kommen aus Familien, die von HIV/AIDS betroffen sind. Wenn die Eltern krank werden, sind die Kinder oft gezwungen, arbeiten zu gehen oder müssen versuchen, auf der Straße zu überleben. Leider gibt es nur wenige Unterstützungsangebote oder alternative Formen der Betreuung für diese Kinder.

Aufgrund seiner etwas besseren wirtschaftlichen Situation im Vergleich zu anderen westafrikanischen Ländern ist Côte d‘Ivoire nicht nur Gastland für ausländische Arbeitskräfte sondern auch Ziel für Kinderhändler.

Unsere Arbeit in Yamoussoukro

Kinder haben im SOS-Kinderdorf eine stabile Kindheit (Foto: SOS-Archiv).
Kinder haben im SOS-Kinderdorf eine stabile Kindheit (Foto: SOS-Archiv).

Familien stärken: SOS-Kinderdorf stellt sicher, dass gefährdete Familien Zugang zu grundlegenden Gütern und Dienstleistungen wie medizinische Versorgung und Bildung haben. Wir bieten auch Schulungen und Beratung, damit sich Eltern ein Einkommen sichern und für ihre Kinder sorgen können. Viele Familien, die in unserem Programm betreut werden, brauchen besondere Unterstützung weil sie von HIV/AIDS betroffen sind.  

Betreuung in Familien: SOS-Kinderdorf-Familien bieten Kindern aus der Region, die nicht mehr länger bei ihren Eltern leben können, ein liebvolles Zuhause. In allen Familien leben die Kinder mit ihren Geschwistern zusammen. SOS-Kinderdorf wählt lokale Pflegefamilien aus und schult sie. Wir bieten fortlaufende soziale und emotionale Unterstützung, um sicherzustellen, dass Kinder nach den hohen Standards, die sich SOS-Kinderdorf gesetzt hat, betreut werden. Die Familien sind gänzlich in die Gemeinde integriert und leben Seite an Seite mit anderen lokalen Familien und Kindern. Zwei zusätzliche Übergangsheime bieten kurzfristige Betreuung für junge Kinder. Wenn Kinder in unsere Obhut kommen unterstützen wir ihre Herkunftsfamilien und soweit dies möglich ist, werden Kinder in ihre Familien rückgeführt.

Bildung: Der SOS-Kindergarten und die SOS-Kinderdorf-Schule öffneten im September 2014. Sowohl Kinder aus der Nachbarschaft als auch Kinder in unserer Obhut gehen dorthin. So finden die Kinder Freunde und sind von klein auf in der lokalen Gemeinde integriert.
Wir arbeiten auch mit Lehrpersonen vor Ort, um das Lernumfeld von Kindern zu verbessern. Wir renovieren Klassenräume und Toilettenanlagen. Darüber hinaus bieten wir Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrpersonen.

Unterstützung für junge Menschen: Wir bieten jungen Menschen intensives Training und viel Unterstützung, damit sie auf den Arbeitsmarkt gut vorbereitet sind und ein selbständiges Leben führen können.  


 

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