SOS-Kinderdorf Toamasina

SOS-Kinderdorf Toamasina (vormals SOS-Kinderdorf Mangarano) liegt an der Ostküste Madagaskars am Indischen Ozean. Die Ostküste von Madagaskar ist unglaublich fruchtbar, aber aufgrund des tropischen Klimas wird die Region jedes Jahr von Zyklonen getroffen. Die Bewohner leben in ständiger Angst vor der Zerstörung ihrer Existenzgrundlage, und viele Betroffene haben nicht die Mittel, ihre Häuser wieder aufzubauen.

Große Teile der Bevölkerung leiden an Ernährungsunsicherheit

Kinder im SOS-Kindergarten (Foto: SOS-Archiv)
Kinder im SOS-Kindergarten Toamasina  (Foto: SOS-Archiv)

Die Stadt Toamasina (ehemals Tamatave) hat über 200 000 Einwohner. Aufgrund des tropischen Klimas der Provinz Toamasina kommt es in der Regenzeit häufig zu Wirbelstürmen und Überflutungen. Mehrfach wurde die Stadt komplett durch Zyklone zerstört und musste wieder aufgebaut werden. Diese Unsicherheit erschwert zusätzlich den Weg aus der Armut.

Die Wirtschaft Toamasinas basiert auf der größten Erdölraffinerie des Landes und dem Seehafen. Die Mehrheit der lokalen Bevölkerung lebt vom Ackerbau. Das Leben auf dem Land ist sehr hart: aufgrund der Ernährungsunsicherheit sterben jedes Jahr tausende Kinder unter fünf Jahren an Unterernährung. In der Stadt versuchen viele Menschen, mit dem Ziehen von Rikschas (den sogenannten „Pousse-Pousse“) etwas Geld zum Überleben aufzutreiben.

Die Küstenregion im Osten der Insel wird häufig als “madagassische Riviera” bezeichnet und ist ein beliebtes Ziel für Touristen. Der Tourismus kurbelt zwar die lokale Wirtschaft an, bringt aber auch Probleme mit sich: viele Kinder, die in der Tourismusbranche arbeiten, sind zahlreichen Gefahren ausgesetzt und werden schlimmstenfalls Opfer sexueller Ausbeutung.
 

SOS-Sozialzentren für ganzheitlichen und nachhaltigen Fortschritt in der Gemeinde

In jüngster Zeit haben wir unser Familienstärkungsprogramm stetig ausgebaut, um möglichst viele notleidende Familien zu erreichen. Das Programm zielt darauf ab, die Not zu lindern und die familiäre Stabilität zu festigen, damit Kinder sicher und beschützt in einem liebevollen Umfeld aufwachsen können. Die Sozialzentren sichern Kindern den Zugang zu Nahrung, Bildung und medizinischer Versorgung. Wir unterstützen Familien bei der Einkommensförderung und dem Ausbau der elterlichen Kompetenzen und bieten im Bedarfsfall Beratungen und psychologischen Beistand. In Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen setzen wir uns für die Stärkung gemeindebasierter Unterstützungssysteme für notleidende Familien ein.
 

Unsere Arbeit in Toamasina

Jugendliche tragen traditionelle Kostüme (Foto: SOS-Archiv).
Kinder können wieder Spaß haben (Foto: SOS-Archiv).

SOS-Kinderdorf begann seine Arbeit in Toamasina im Jahr 1998.

Betreuung in Familien: Kinder aus der Region, die nicht länger bei ihren Familien leben können, finden in SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. Hier werden sie gemeinsam mit ihren Geschwistern von SOS-Eltern fürsorglich betreut.

Bildung: Die Kinder aus den SOS-Familien besuchen den SOS-Kindergarten zusammen mit den Kindern aus der Gemeinde und sind daher bereits in jungen Jahren gut in ihre Umgebung integriert. In den SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen werden etwa 400 SchülerInnen aus dem Kinderdorf und der lokalen Gemeinde in der Primär- und Sekundarstufe unterrichtet.

Unterstützung junger Menschen: Aufgrund der wirtschaftlichen Lage im Land ist es für junge Menschen häufig schwierig, Arbeit zu finden und selbständig zu werden. SOS-Kinderdorf unterstützt sie bei ihrer Fort- und Ausbildung. Wir helfen ihren auch dabei, Arbeit zu finden.

Medizinische Betreuung: Das SOS-medizinische Zentrum behandelt jeden Monat bis zu 1000 Patienten und bietet speziell schwangeren Frauen und Babies eine ärztliche Betreuung. Darüber hinaus werden Vorsorgeuntersuchungen, Impfprogramme und andere Präventionsmaßnahmen durchgeführt.
 

  • Helfen Sie Kindern in Not!

    Schenken Sie Not leidenden Kindern eine Zukunft: Unterstützen Sie die Arbeit der SOS-Kinderdörfer in Afrika - helfen Sie mit Ihrer Spende oder Patenschaft!

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