SOS-Kinderdorf Chipata

Das Leben ist für gefährdete Familien in Sambias Ostprovinz nach wie vor sehr hart. Diese Familien haben nur selten Zugang zu Grunddienstleistungen wie Gesundheitsversorgung und Bildung. Darüber hinaus leiden zahlreiche ländliche Gemeinden unter der hohen Prävalenzrate von HIV/AIDS; Medikamente und Behandlungen sind häufig unerschwinglich. Als Folge haben Tausende von Kindern die elterliche Fürsorge verloren.

Mehrheit der Bevölkerung leidet an erdrückender Armut

Kinder ohne elterliche Fürsorge können in SOS-Familien im SOS-Kinderdorf Chipata aufwachsen.  (Foto: SOS-Archiv)
Kinder ohne elterliche Fürsorge können in SOS-Familien im SOS-Kinderdorf Chipata aufwachsen. (Foto: SOS-Archiv)

Chipata ist die Hauptstadt der Ostprovinz Sambias, liegt nahe der Grenze zu Malawi und hat über 450.000 Einwohner. Die meisten Menschen leben als Kleinbauern von der Subsistenzwirtschaft.

Die Armutsrate ist im Distrikt Chipata nach wie vor sehr hoch; über 50 Prozent der Bevölkerung lebt in extremer Armut und kann nicht einmal den Grundbedarf decken. Viele haben weder ausreichend Nahrung noch Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Lage ist in den ländlichen Gebieten besonders dramatisch: nur ein Prozent der Bewohner lebt nicht in Armut.

Teilweise aufgrund der Armut ist die Säuglingssterblichkeitsrate mit 94 von 1000 Lebendgeburten nach wie vor sehr hoch. Auch Malaria und andere schwere Krankheiten sind weit verbreitet, was unter anderem auf den Mangel an sauberem Trinkwasser und Hygiene zurückzuführen ist.

Über 66 Prozent der Kinder unter fünf Jahren sind kleinwüchsig und unterentwickelt. Dies ist eine direkte Folge der Mangelernährung. Obwohl so viele Familien von der Landwirtschaft leben, können sie sich häufig nicht ausreichend ernähren.
 

Wenn Eltern erkranken, müssen Kinder oft für sich selbst sorgen

Schätzungsweise 20 Prozent der Haushalte in der Region sind frauengeführt, was teilweise an der hohen HIV/AIDS-Rate in der Region liegt; über neun Prozent der lokalen Bevölkerung sind infiziert. Ohne AIDS liegt die Lebenserwartung in Chipata bei etwa 51 Jahren. Ist man an AIDS erkrankt, liegt sie bei nur 37 Jahren. Mehr als 33.000 Kinder in der Region haben durch AIDS die elterliche Fürsorge verloren.

Über die Hälfte der Kinder im Grundschulalter geht nicht zur Schule. Nach der Grundschule besuchen nur etwa 30 Prozent anschließend eine weiterführende Schule. Mädchen brechen aufgrund von frühen Schwangerschaften und Kinderehen besonders häufig die Schule ab. Rund 45 der Erwachsenen sind Analphabeten. Dadurch haben diese Menschen sehr wenig Chancen, der Armut zu entkommen, denn ohne lesen und schreiben zu können ist es wesentlich schwerer, für seinen Lebensunterhalt zu sorgen.
 

Unsere Arbeit in Chipata

Kinder in unserer Obhut gehen zusammen mit Kindern aus der Nachbarschaft in den Kindergarten und die Schule (Foto: SOS-Archiv).
Kinder in unserer Obhut gehen zusammen mit Kindern aus der Nachbarschaft in den Kindergarten und die Schule (Foto: SOS-Archiv).

SOS-Kinderdorf unterstützt seit 2011 gefährdete Familien und Kinder in Chipata.

Familien stärken: Wir arbeiten mit Partnern zusammen, um gefährdete Familien in der Region zu unterstützen, vor allem wenn sie an HIV/AIDS leiden. Ziel ist es, die Not zu lindern und Familien vor der Zerrüttung zu bewahren, damit Kinder sicher und geschützt in einem liebevollen Zuhause aufwachsen können. Wir sorgen dafür, dass Kinder Zugang zu Gesundheitsversorgung und Nahrung sowie zu Bildung erhalten. Wir vermitteln Eltern Fähigkeiten zur Einkommenserzeugung und Kindeserziehung und bieten bei Bedarf Beratung und psychologische Unterstützung. In Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen setzen wir uns auch für die Stärkung der Unterstützungssysteme für gefährdete Familien in der Gemeinde ein. Wir unterstützen derzeit etwa 600 Kinder und ihre Familien.

Betreuung von Kindern, die nicht bei ihren Familien leben können: Kindern aus der Region, die nicht länger bei ihren Eltern leben können, bieten SOS-Familien ein liebevolles Zuhause. In jeder Familie wachsen die Kinder gemeinsam mit ihren Geschwistern auf und werden von ihren SOS-Eltern fürsorglich betreut.

Wann immer möglich, sorgen wir dafür, dass Kinder in Kontakt zu ihren Herkunftsfamilien bleiben. In einigen Fällen unterstützen wir Familien, damit Kinder zu ihnen zurückkehren können.

Unterstützung für junge Menschen: SOS-Kinderdorf bietet Begleitung und finanzielle Unterstützung für junge Menschen, bis sie ein unabhängiges Leben führen können.

Bildung: SOS-Kinderdorf betreibt in Chipata einen Kindergarten, in dem bis zu 90 Kinder betreut werden, ihre Kindheit genießen können und auf die Schule vorbereitet werden. Wir arbeiten mit der lokalen Schule zusammen, um die Qualität der Bildung für die Kinder zu verbessern.
 

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